13 Menschen bei Kanu-Fahrt ertrunken:
Tödlicher Ausflug auf slowenischem Fluss
- Zwei Kanus bei Kraftwerk umgekippt und zerbrochen
- Suche nach weiteren Opfern blieb bislang erfolglos

Nach dem Kanu-Unfall auf dem Fluss Save in Ost-Slowenien, bei dem acht Menschen ums Leben gekommen sind, wurde die Suche nach den weiteren fünf vermissten Personen, bisher erfolglos fortgesetzt. Nur eine Person überlebte das Unglück. Am Unfallort waren rund 20 Taucher sowie Polizisten, Mitarbeiter des Katastrophenschutzes und der Feuerwehr im Einsatz. Außerdem wurden Spürhunde eingesetzt.
Angesichts des bisher verheerendsten Bootsunglücks in Slowenien trafen Kondolenz-Botschaften aus dem Ausland ein. Unter anderem sprach EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso sein Beileid aus. Sein Mitgefühl liege bei den Familien der Opfer, sagte ein Kommissions-Sprecher in Brüssel. Auch der kroatische Premier Ivo Sanader und Parlamentspräsident Luka Bebic bekundeten ihre Anteilnahme.
Slowenische Politik trauert
Im Laibacher Parlament wurde zur Erinnerung an den Parlamentsabgeordneten Kristijan Janc, der unter den Opfern war, von der mitregierenden Volkspartei (SLS) ein Kondolenzbuch aufgelegt. In dieses hatte sich bereits die slowenische politische Spitze eingetragen, darunter Staatspräsident Danilo Türk und Premier Janez Jansa.
Zahlreiche Veranstaltungen wurden in Slowenien abgesagt, unter anderen die Feier der slowenischen Armee anlässlich des Endes des slowenischen EU-Ratsvorsitzes und ein Empfang von Jansa für die Mitarbeiter der Staatsverwaltung, die bei der EU-Präsidentschaft mitgewirkt hatten. Staatspräsident Türk hat in den nächsten Tagen seine Beteiligung an sämtlichen Veranstaltungen abgesagt, auch alle Aktivitäten des Parlaments fielen für einen Tag aus.
Untersuchungen in vollem Gange
Unterdessen lief eine Untersuchung, die Ursachen und die Einzelheiten des tragischen Unglücks untersuchen soll. Bei dem Unfall sind zwei Kanus mit insgesamt 14 Personen durch die Tore des Damms des noch im Bau befindlichen Wasserkraftwerks Blanca gefahren und gekentert. Dabei sind fast alle Insassen von einem Strudel in die Tiefe gezogen worden, wobei sie ertrunken sein dürften. Drei Frauen konnten noch aus dem Wasser gerettet werden, zwei davon sind später im Krankenhaus gestorben. Die Opfer trugen keine Schwimmwesten.
Laut dem Flussschifffahrt-Inspektor Danilo Sabadin sollten auf der Baustelle des Wasserkraftwerks eigentlich keine Bootsfahrt erlaubt sein, berichten die Medien. Grundsätzlich sei das Betreten von jeglichen Baustellen untersagt, sagte Sabadin und fügte hinzu, dass es zu früh sei, über Verantwortung zu reden. Er äußerte aber Zweifel, ob die Kanus für eine solche Fahrt geeignet gewesen waren. (apa/red)
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