Zahl der Hungernden weltweit gestiegen:
850 Millionen Menschen werden nicht satt
- FAO: Um 50 Millionen mehr als noch im Jahr 2007
- Ursache: Anbau von Energiepflanzen für Biosprit

·FAO-Liste: 37 Länder leiden unter Hunger
21 betroffene Staaten in Afrika, zehn in Asien
Wegen der hohen Lebensmittelpreise ist die Zahl der Hungernden weltweit im vergangenen Jahr um rund 50 Millionen gestiegen. Mehr als 850 Millionen Menschen würden nicht mehr satt, erklärte die UNO-Welternährungsorganisation FAO. "Für die armen Länder hat das Emporschnellen der Lebensmittel- und Energiepreise ernste Folgen", erklärte FAO-Direktor Diouf.
Ursachen der Krise seien die steigende Nachfrage infolge des Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstums in Schwellenländern wie China oder Brasilien, eine Verdrängung der Nahrungsmittelproduktion durch den Anbau von Energiepflanzen für Biosprit sowie die Zunahme von Extremwetterlagen, sagte Diouf. Wegen der globalen Erwärmung fielen die Ernten immer häufiger Überschwemmungen und Dürren zum Opfer.
Appell an die EU
Der UN-Koordinator für humanitäre Hilfe, John Holmes, appellierte an die EU, die geplante Steigerung des Biosprit-Verbrauchs zu überdenken. Die Staatengemeinschaft sollte sich ihr Ziel, den Anteil von Biosprit am Treibstoffverbrauch bis 2020 auf zehn Prozent zu steigern, "noch einmal anschauen", sagte Holmes.
Viele Nichtregierungsorganisationen warnen schon seit Monaten, der Anbau von Energiepflanzen gehe zu Lasten der Lebensmittelproduktion. Zudem würden in Schwellenländern wie Brasilien und Indonesien für Energiepflanzen-Plantagen sogar Regenwälder gerodet, was den angestrebten klimapolitischen Nutzen von Biosprit zunichte mache. Die EU will diesem Problem mit Nachhaltigkeitskriterien für die Herstellung von Biokraftstoffen begegnen.
Verdoppelung der Lebensmittelproduktion
Um der Hungerkrise zu begegnen, muss die weltweite Lebensmittelproduktion nach Einschätzung der FAO bis 2050 verdoppelt werden. Dieser Produktionszuwachs müsse vor allem in den Entwicklungsländern selbst erfolgen, damit diese ihre Bevölkerung selbst ernähren könnten. (apa/red)
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