Donnerstag, 3. Juli 2008

EU erleichtert über Betancourt-Befreiung: Ferrero-Waldner will alle Geiseln frei sehen

  • Sarkozy lässt sich als "erfolglosen" Befreier feiern
  • Betancourt zeigt sich gegenüber Frankreich dankbar

Mit "Erleichterung und Freude" hat EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Durao Barroso auf die Befreiung der kolumbianischen Politikerin Ingrid Betancourt aus jahrelanger Geiselhaft reagiert. "Im Namen der Europäischen Kommission und persönlich möchte ich den befreiten Geiseln und ihren Familien meine Anteilnahme übermitteln", erklärte Barroso.

Der EU-Kommissionspräsident dankte allen, die sich um die Befreiung der Geiseln bemüht hätten, und beglückwünschte insbesondere den französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy "für sein Engagement, das diesen Moment möglich gemacht hat". Auch dem kolumbianischen Präsidenten Alvaro Uribe, dessen Regierung die Befreiung Betancourts und weiterer Geiseln aus der Gewalt von Guerilleros organisiert hatte, übermittelte Barroso seine Glückwünsche.

Auch EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner erklärte in einer Aussendung, sie sei "äußerst erleichtert und sehr glücklich", dass der sechsjährige "Albtraum" für die Franko-Kolumbianerin Betancourt sowie drei US-Geiseln zu Ende sei. Auch sie gratulierte den kolumbianischen Behörden.

Forderung nach Freilassung aller Geiseln
Zugleich erinnerte sie daran, dass sich zahlreiche weitere Geiseln in der Gewalt der linksgerichteten FARC-Geiseln befinden: "Das Schicksal Ingrid Betancourts hat ein grelles Licht auf die grausamen und unmenschlichen Bedingungen geworfen, unter denen sie festgehalten werden." Sie rief die Geiselnehmer auf, alle Entführten umgehend und bedingungslos freizulassen und die Praxis des Kidnappings aufzugeben.

Dankbare Betancourt
Die befreite frühere kolumbianische Präsidentschaftskandidatin Betancourt hat unterdessen angekündigt, sie wolle bald nach Paris reisen. "Ich möchte mich bei Präsident Sarkozy bedanken und bei allen Franzosen, die unsere Unterstützung, unser Licht und unser Leuchtturm waren", sagte Betancourt, die neben der kolumbianischen auch die französische Staatsbürgerschaft besitzt.

"Es ist der Augenblick gekommen, den Franzosen zu sagen, dass ich ihnen danke und sie bewundere und dass ich mich stolz fühle, auch Französin zu sein und ein kleines Stückchen Frankreich in meinem Herzen zu haben." Betancourt sagte, sie wolle erst ihre beiden Kinder treffen, die nach Bekanntwerden der Befreiungsaktion von Paris aus nach Kolumbien geflogen waren und dann mit ihnen zusammen in die französische Hauptstadt reisen.

(apa/red)

3.7.2008 12:36