Tote bei schwerem Anschlag in Jerusalem:
Österreicherin unter den drei Todesopfern
- Attentäter rammte Fahrzeuge mit einer Planierraupe
- Barak: Israel muss sofort auf den Anschlag reagieren
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·BILDER: Amokfahrt
in Jerusalem
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Beim Terroranschlag in Jerusalem ist eine 54-jährige gebürtige Österreicherin ums Leben gekommen. Das bestätigte der Sprecher des Außenministeriums, Peter Launsky-Tieffenthal. Die Frau war eine österreichisch-israelische Doppelstaatsbürgerin. Wie ein in Wien lebender Bekannter der Familie telefonisch mitgeteilt hatte, war die Frau vor einigen Jahren nach ihrer Heirat nach Israel gezogen.
Ein Palästinenser hatte bei einer Amokfahrt mit einer Planierraupe drei Menschen getötet und mehr als 40 andere verletzt. Nach Angaben der Polizei wurde der aus dem arabischen Ost-Jerusalem stammende Mann von einem einem Polizisten erschossen, die in die Kabine des gelben Baufahrzeugs gestürmt waren.
Bei der bei dem Anschlag in Jerusalem getöteten österreichisch-israelischen Staatsbürgerin handelt es sich nach Angaben ihres Bekannten und der israelischen Internetzeitung "Ynet" um Elizabeth Goren Friedman. Sie ist noch am Tag des Unglücks auf dem Jerusalemer Stadtfriedhof beerdigt worden.
Im Auto umgekommen
Friedman, eine Lehrerin, war in ihrem Auto von dem Attentäter getötet worden. Der Name einer zweiten getöten Frau wurde mit Batsheva Onterman angegeben. Sie stammte aus Jerusalem. Die Identität des dritten Anschlagsopfers war vorerst nicht bekannt.
Laut "Ynet" glaubt die israelische Polizei derzeit nicht, dass der Attentäter den Anschlag im Voraus geplant hat. Es habe sich offenbar um eine spontane Attacke gehandelt, meinte Polizeikommissar Dudi Cohen.
Seelische Erkrankung
Die Polizei identifizierte den Terroristen als den 31-jährigen Hosam Dwayyat, ein zweifacher Vater aus der Siedlung Zur Bahar. Dwayyat hatte für seinen Angriff den Bulldozer der Firma benutzt, bei der er angestellt war. Israelische Sicherheitskräfte suchten in Zur Bahar nach möglichen Komplizen des Attentäters.
Der Palästinenser war nach Angaben seines Anwalts seelisch krank. Der israelische Rundfunk meldete, der 30-jährige Hosam Dwayyat aus Ostjerusalem habe in der Vergangenheit Drogenvergehen und Einbrüche begangen sowie wegen Vergewaltigung einer Frau aus Israel zwei Jahre in Haft gesessen. Nach Einschätzung israelischer Sicherheitskreise handelte er auf eigene Faust und gehörte zu keiner der militanten Palästinenser-Gruppierungen.
Zerstörung des Hauses droht
Der Anwalt seiner Familie, Shimon Koko, sagte dem Rundfunk, Dwayyat sei kein Terrorist, sondern habe in einem Moment der Unzurechnungsfähigkeit gehandelt. Seine Familie sei nicht religiös, lehne die Tat ab und leide mit den Opfern. Israel müsse erst beweisen, dass er Terrorist war, bevor es die Zerstörung des Hauses seiner Familie anordne, forderte er.
Politik der Häuserzerstörung
Nach israelischen Medienberichten wollen Ministerpräsident Ehud Olmert und Verteidigungsminister Ehud Barak bei Anschlägen von Einwohnern des arabischen Ostteils von Jerusalem zu der ehemaligen Politik der Häuserzerstörung zurückkehren. Sie war in der Vergangenheit gestoppt worden, weil sie sich als nicht effektives Abschreckungsmittel erwies. Der Anschlag in Jerusalem war der zweite eines Einwohners von Ostjerusalem binnen vier Monaten. Anders als das Westjordanland ist der überwiegend von Arabern bewohnte Stadtteil nicht durch Sperren von Israel getrennt.
(apa/red)
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