Zypern-Gespräche mit neuem Schwung:
Griechen und Türken finden erste Einigung
- Einig bei Staatsbürgerschaft und Staatssouveränität
- Genaue Details werden in späterer Runde geklärt

Die führenden Vertreter der griechischen und der türkischen Zyprioten haben den Verhandlungen über eine Wiedervereinigung ihrer Insel neuen Schwung gegeben. Bei einem Gespräch im UNO-Hauptquartier in Nikosia einigten sich der Präsident der Republik Zypern, Christofias, und der Anführer der Nord-Zyprioten, Talat, in den zentralen Fragen der Staatsbürgerschaft und der Souveränität des Landes.
Vor dem Beginn direkter Friedensverhandlungen sei ein weiteres Treffen am 25. Juli geplant, hieß es. Nach jahrelangem Stillstand hatten beide Seiten im März wieder Gespräche vereinbart.
Die beiden führenden Vertreter hätten "das Prinzip einer einzigen Souveränität und einer einzigen Staatsbürgerschaft" akzeptiert, hieß es in der Erklärung, die der Chef der UNO-Mission für Zypern, Zerihoun, verlas. Auf Details verständigten sie sich jedoch nicht, die genaue Umsetzung der beiden Punkte solle nach der Eröffnung der Wiedervereinigungsverhandlungen geklärt werden.
Dabei könnten den griechischen und türkischen Zyprioten heftige Diskussionen bevorstehen. In der Frage der Souveränität dürfte dabei der UNO-Vorschlag zu einer "gemeinschaftlichen Föderation" für Diskussionsstoff sorgen, den die türkischen Zyprioten als einen völligen Neubeginn, die griechischen Zyprioten jedoch als Fortführung ihrer Republik betrachten. Auf der griechischen Seite wird zudem die Frage der Staatsbürgerschaft mit besonderem Argwohn betrachtet, da die dort lebenden Zyprioten seit dem Einmarsch türkischer Streitkräfte in den Norden versuchen, die Einbürgerung der in den türkischen Kolonien lebenden Menschen zu begrenzen.
In die seit 2004 festgefahrenen Gespräche zwischen beiden Inselteilen war im Februar mit der Wahl von Christofias Bewegung gekommen. Er einigte sich mit Talat Ende März auf die Aufnahme von Wiedervereinigungsgesprächen Ende Juni sowie auf die Öffnung der Ledra-Straße.
apa/red)
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