Freitag, 4. Juli 2008

Faymann-Gegner sammeln sich in SPÖ: Kampf gegen "Telefon-Politiker ohne Herz"

  • Radlegger startet Attacken gegen Bundes-Partei
  • Neuer personeller Boden soll gelegt werden

In Salzburg formiert sich Widerstand gegen die SPÖ-Führung Gusenbauer/Faymann. Der frühere SPÖ-Landesvorsitzende Wolfgang Radlegger sammelt Mitstreiter, die Werner Faymann als neuen Parteichef verhindern wollen. Mit dem Ex-SPÖ-Zentralsekretär Heinrich Keller, der früheren Wiener Kulturstadträtin Ursula Pasterk und Salzburgs Ex-Bürgermeister Josef Reschen habe er bereits einige gefunden.

"Aalglatt ist der falsche Ausdruck. Gegen diesen Typus von Politiker greift sich ein Aal rauer an", zitieren die "Salzburger Nachrichten" Radlegger, der nun Geschäftsführer der Wüstenrot-Holding ist. Kanzler Gusenbauer und Faymann seien "Teflon-Politiker" ohne Herz. "Man lässt sich nicht als Politiker von einem Herausgeber an der Nase herumführen." Da lobe er sich Außenministerin Plassnik.

Faymann verhindern
Um Faymann als neuen Parteichef zu verhindern, wurde Radlegger aktiv. "Ich telefoniere seit Tagen, es werden immer mehr, die mitmachen", sagte er. Ziel der Gruppe sei es, "einen neuen personellen Boden in der Parteiführung zu legen". Wie der Protest kanalisiert werden solle, darüber herrsche noch Unklarheit. Das könne über eine Petition, über Anträge beim Parteitag oder auch über öffentliche Protestmaßnahmen erfolgen.

Die Gruppe hat sich laut Radlegger auch bereits Gedanken über mögliche Nachfolger an der Parteispitze gemacht. "Namen nenne ich keine. Die werden sonst sofort kaputtgemacht." Er selbst wolle politisch aber nichts mehr werden. "Ich melde mich allein aus Sorge um die SPÖ und die österreichische Politik zu Wort."
(apa/red)

4.7.2008 11:33