Montag, 23. Juni 2008

Verschleiert und vielseitig: Saudi Arabien hat strikte Regeln und schöne Landschaften

  • Für Frauen herrscht Kopftuch- und Umhang-Pflicht
  • Die Wallfahrtsorte sind nur für Muslime zugänglich

Bis vor kurzem galt das Königreich Saudi-Arabien als einer der letzten "weißen Flecken" auf der touristischen Weltkarte, erst seit wenigen Jahren steht es für ausländische Gruppen-Touristenreisen zu Studienzwecken offen. Es ist kein preiswertes Reiseland, fasziniert aber mit einer außergewöhnlichen Vielseitigkeit: Ultramoderne Großstädte stehen im Gegensatz zu traditionellen Beduinendörfern, bizarren Gebirgslandschaften, weiten Wüstenflächen, einigen der besten Tauchreviere am Roten Meer, dazu zahlreiche archäologische Stätten und Kulturschätze.

Gleich vorweg: Die Wallfahrtsorte Mekka und Medina sind nur Muslimen zugänglich, auch herrscht im Land striktes Alkoholverbot. Mekka bekommt kein Tourist zu sehen - außer auf Fotos, Bildern und Modellen in Museen. Die Stadt muss weiträumig umfahren werden, auch liegt sie hinter Bergen verborgen. In Medina können ausländische Touristen zwar bis in die Vorstädte hineinfahren, dann stößt man auf eine Ringstraße um das mehrere Kilometer Durchmesser aufweisende Zentrum mit dem Haram (der heiligen Stätte mit der Grabmoschee Mohammeds und seiner Familie). Diese Altstadt ist für Giauren (Ungläubige) ebenfalls tabu.

Strenge Kleidervorschriften
Frauen erhalten nach Ankunft in Saudi-Arabien ein schwarzes Abaya-Set (Umhang und Kopftuch), das sie in der Öffentlichkeit immer tragen müssen. Für Männer gibt es keine besonderen Kleidervorschriften, kurzärmlige Hemden werden toleriert, das Tragen kurzer Hosen ist aber verpönt. Die Einfuhr von Drogen, Alkohol, Schweinefleisch, politischem Propagandamaterial, pornografischen Schriften oder Objekten anderer Religionen ist aufgrund der Sharia streng verboten. Zuwiderhandelnden, auch Ausländern, drohen schwere Strafen, unter Umständen auch die Todesstrafe. Fotos von Militäranlagen oder Flughäfen sind zu vermeiden, auch bei Aufnahmen von Frauen, ob sie total verschleiert sind oder nicht, ist größte Vorsicht geboten.

Gastfreundschaft & Geschlechtertrennung
Hält man sich an diese Vorschriften - die an sich gegenüber Ausländern recht aufgeschlossenen Saudis sind genaue Beobachter - genießt man eine hervorragende Gastfreundschaft, die etwa seitens der Buschauffeure, Reisebegleiter oder -führer oft in Einladungen zum Besuch ihrer Familien gipfelt. Dabei erfolgt die im Land übliche, nur ganz langsam im Abbau befindliche Geschlechtertrennung: Männliche Besucher werden von den männlichen Familienmitgliedern empfangen und bewirtet, die Frauen von den weiblichen Familienmitgliedern in einem anderen Raum. Verständigungsschwierigkeiten gibt es kaum - die meisten Saudis haben entweder Englisch in Schulen, manche auch andere Fremdsprachen durch Kontakt mit Ausländern gelernt.

23.6.2008 15:00