Mittwoch, 25. Juni 2008

Wer mehr Geld verdient, lebt auch länger:
Wirtschaftliche Stellung ist ausschlaggebend

  • Wohlhabende können sich ihrer Gesundheit widmen
  • Beamte höheren Dienstes höchste Lebenserwartung

Wer viel Geld verdient, lebt auch länger: Einer Studie zufolge ist die Lebenserwartung bei wohlhabenden Pensionisten um mehrere Jahre höher als bei Rentnern, die mit weniger Geld auskommen müssen. Je nach wirtschaftlicher und sozialer Lage betrage der Unterschied bis zu fünf Jahre.

Die Experten des Forschungsdatenzentrums der Rentenversicherung und des Rostocker Zentrums zur Erforschung des Demografischen Wandels fanden heraus, dass Angestellte und Arbeiter durchschnittlich nach dem Eintritt in den Ruhestand weitere 15,8 Jahre, Beamte sogar weitere 17,8 Jahre leben.

Innerhalb der Gruppen sind die Unterschiede jedoch beträchtlich: Am niedrigsten ist der Studie zufolge die Lebenserwartung bei wirtschaftlich schlechter gestellten Pensionisten mit 14,6 Jahren, am höchsten bei Beamten des höheren Dienstes mit 19,6 Jahren. Für Frauen liegen keine Daten vor.

Geringere körperliche Belastung im Beruf
Grund dafür, dass Wohlhabende länger leben, sei einerseits die meist geringere körperliche Belastung im Beruf, schrieben die Forscher. Zudem müssten sie seltener mit existenziellen wirtschaftlichen Problemen kämpfen und könnten sich deswegen vermehrt ihrer Gesundheit widmen. Bei Beamten spiele zudem eine Rolle, dass sie ihren Lebensverlauf besser planen könnten, was gesundheitsförderlich wirke. Zudem seien sie überwiegend privat krankenversichert und erhielten deswegen eine bessere medizinische Versorgung.

Trotz der insgesamt steigenden Lebenserwartung verkleinerten sich der Studie zufolge die sozialen Unterschiede in den vergangenen Jahren nicht. Für die Zukunft zeigten sich die Wissenschaftler pessimistisch: Wegen hoher Arbeitslosigkeit und Einschränkungen im Gesundheitswesen sei sogar mit einem weiteren Auseinanderklaffen der Lebenserwartung zu rechnen. (apa/red)

25.6.2008 07:47