Montag, 23. Juni 2008

Ein leerer Magen lehrt uns das Fürchten: Hungerhormon Gherlin macht uns ängstlich

  • Unterdrückung des Hormons macht aber nicht schlank
  • Gherlin für unseren Gefühlshaushalt mitverantwortlich

Das Hungerhormon Ghrelin stimuliert nicht nur den Appetit, sondern ist zentral an der Regulierung von Angst beteiligt. Diese Entdeckung von US-Forschern widerspricht der Vermutung, dass die Unterdrückung dieses Hormons bei Übergewichtigen eine erfolgreiche Diät unterstützen kann.

Wenn ein Mensch längere Zeit nichts isst, wird im Verdauungstrakt Ghrelin produziert, das dann Hungersignale an das Gehirn übermittelt. Daher glaubten Forscher bisher, bei Übergewichtigen über eine Blockade des Hormons Hungergefühle unterdrücken zu können.

Die in der Zeitschrift "Nature Neuroscience" veröffentlichte Tierstudie von Forschern der Universität von Texas in Dallas versetzt diesen Hoffnungen einen Dämpfer. Denn Ghrelin spielt nicht nur bei der Entstehung von Hunger eine Rolle, sondern das Hormon ist auch am Gefühlshaushalt beteiligt.

Auch an Depression schuld
Schränkten die Forscher das Futter von Mäusen zehn Tage lang ein, so vervierfachten sich die Ghrelin-Konzentrationen. Zudem zeigten aber Verhaltenstests, dass die Tiere weniger ängstlich und depressiv waren als Mäuse mit ausreichender Futterversorgung. Mit genmanipulierten Mäusen wiesen die Wissenschafter nach, dass Ghrelin diese Gefühle mitreguliert. "Die Studie zeigt, dass eine Blockade der Ghrelin-Signale zu erhöhter Ängstlichkeit und Depressivität führen könnte", sagt der Forscher Jeffrey Zigman. (APA/red)

23.6.2008 09:37