US-Notenbank lässt Leitzins unverändert:
Tür für Zinserhöhungen damit aufgestoßen
- Serie von mehreren Zinssenkungen damit beendet
- US-Wirtschaft laut Fed weiter in schlechter Verfassung

Die US-Notenbank hat ihren Leitzins konstant gehalten und gleichzeitig die Tür für Zinserhöhungen im Kampf gegen die Inflation etwas aufgestoßen. Wie die Federal Reserve in Washington nach einer zweitägigen Sitzung des Offenmarktausschusses mitteilte, bleibt der Zins zur Steuerung des Geldmarktes bei zwei Prozent. Die Finanzmärkte hatten dies weithin erwartet.
Zur Begründung erklärten die Notenbanker um Ben Bernanke, die Inflationsrisiken hätten wegen der massiven Preissteigerungen bei Energie und Nahrungsmitteln zuletzt zugenommen. Die Konjunkturrisiken blieben zwar bestehen, seien jedoch allem Anschein nach etwas zurückgegangen. Ein Mitglied des Ausschusses habe vor diesem Hintergrund sogar für eine Zinserhöhung gestimmt, die anderen Notenbanker des Gremiums aber für unveränderte Zinsen.
Die Zentralbank der weltgrößten Volkswirtschaft beendete damit ihre im vergangenen Jahr wegen der Finanzkrise und einer drohenden Rezession begonnene Serie von Zinssenkungen. Sie hatte den Leitzins seit September in großen Schritten von 5,25 auf zwei Prozent gekappt, um Schlimmeres zu verhindern.
US-Wirtschaft in schlechter Verfassung
Aus Sicht der Fed ist die US-Wirtschaft nach wie vor in keiner guten Verfassung. "Härtere Kreditkonditionen, der anhaltende Abschwung am Immobilienmarkt und der Anstieg der Energiepreise werden wahrscheinlich in den kommenden Quartalen das Wirtschaftswachstum belasten."Der von den Rohstoffmärkten ausgehende Teuerungsdruck dürfte nach Ansicht der Notenbank gegen Ende dieses Jahres und dann auch 2009 nachlassen.
Einige Analysten hatten nach jüngsten Äußerungen von Bernanke eine schärfere Anti-Inflationsrhetorik der Notenbank erwartet. Der Fed-Chef hatte zuletzt bei mehreren Gelegenheiten vor den Folgen der hohen Teuerung gewarnt und damit Spekulationen auf eine baldige Zinswende in den USA genährt. Zuletzt ließen aber mehrere Vertreter der Fed durchblicken, dass eine Zinserhöhung zum jetzigen Zeitpunkt wegen der Konjunkturflaute nicht auf der Agenda stehe. (apa/red)

