Mittwoch, 25. Juni 2008

Lösung aus der finanzieller Krise gesucht:
AUA prüft nun weitere Einsparmöglichkeiten

  • Zahl möglicher neuer Partner ist "höher als erwartet"
  • Heuriger Jahresverlust etwa 70 bis 90 Millionen Euro

Die Austrian Airlines (AUA) prüfen unabhängig von einer möglichen Partnerschaft neue Einsparmöglichkeiten. In der jüngsten Aufsichtsratssitzung hat der Vorstand eine "erste Liste von etwa zwei Dutzend Ansatzpunkten" für "Eigenoptimierungsmaßnahmen" vorgelegt, teilte die Airline mit.

Dazu gehört etwa die Möglichkeit, Treibstoff durch langsameres Fliegen einzusparen. Zur Höhe der Einsparmöglichkeiten gab es auf Nachfrage keine Angaben. Die AUA hat für heuer einen Jahresverlust in der Größenordnung von 70 bis 90 Mio. Euro in Aussicht gestellt.

Weitere Sparpotenziale sollen sich aus einer Partnerschaft mit einer finanzstarken Airline ergeben. Seit dem 9. Juni prüft der Vorstand zusammen mit der Boston Consulting Group (BCG) im Rahmen des Projekts "Strategische Optionen" mögliche Partnerschaften. Aus der bisherigen Analyse seien "interessante Partneroptionen hervorgegangen - mehr als erwartet", teilte die AUA mit.

Mögliche Partner nicht bestätigt
Medienberichte, wonach außer den bekannten Kandidaten Lufthansa, Air France/KLM und Aeroflot auch die asiatischen Singapore Airlines, Qatar Airlines und die japanische ANA als mögliche Partner unter die Lupe genommen werden, bestätigt die AUA nicht.

Die geprüften Optionen würden "unterschiedliche, aber jedenfalls signifikante Ergebnispotenziale" bieten, weitere vertiefte Analysen sollen folgen. In einem nächsten Schritt werden nun jeweils "der strategische Fit und mögliche Modelle der Zusammenarbeit analysiert". Priorität sei es, eine langfristig stabile Lösung für Austrian Airlines und ihre Mitarbeiter zu finden.

Ende Juli sollen zum möglichen AUA-Partner "entscheidungsrelevante Grundlagen" vorliegen, in einer neuerlichen Aufsichtsratssitzung soll eine Shortlist präsentiert werden. Ende September soll es dann eine "detaillierte Handlungsempfehlung" für die Eigentümer geben.

Schadenersatzklage gegen Al Jaber
Weitere Themen der noch andauernden AR-Sitzung sind die Schadenersatzklage der AUA gegen den saudi-arabischen Geschäftsmann Mohamed Bin Issa Al Jaber, der Punkt "Vorstandsangelegenheiten", die Kerosinpreise und die Verwertung der alten AUA-Zentrale in Wien-Oberlaa.

Al Jaber hatte sich Ende April von einer Investitionszusage über 150 Mio. Euro an die AUA zurückzogen. Begründung: Er fühle sich nicht mehr an die Vereinbarungen gebunden, weil er von der AUA über ihre wahre Geschäftsentwicklung "in die Irre geführt" worden sei. Die AUA pocht dagegen auf "gültige" und "wasserdichte" Verträge. (apa/red)

25.6.2008 21:29