Bald so berühmt wie "Marcelino"? Torres wittert Chance auf Einzug in die Geschichte
- Dennoch steht für ihn Gruppenleistung im Mittelpunkt
- Nostalgie: "Wir wollen für Luis den Titel holen"

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Das Tor des legendären "Marcelino" Martinez vom 21. Juni 1964 ist im kollektiven Bewusstsein Spaniens in etwa so verankert wie das 3:2 von Hans Krankl gegen Deutschland in Cordoba auf den Tag genau 14 Jahre später. Mit dem Unterschied, dass es auch einen Titel wert war. Durch das 2:1 in der 85. Minute wurde Spanien damals Fußball-Europameister. Kein Wunder also, dass auch der aktuelle Teamstürmer Fernando Torres derart in die Geschichte eingehen will. "Für ein Tor im Finale würde ich weiß Gott was geben", sagte er.
"Der Name von Marcelino ist allen Spaniern im Gedächtnis, weil er damals im Finale das Tor geschossen hat", meinte der Liverpool-Striker in einem Interview mit der Nachrichtenagentur EFE. "Hoffentlich kann ich diesmal treffen. Obwohl ich auch einen Sieg unterschreiben würde, wenn ich kein Tor erziele."
Schließlich wolle Spaniens Team als "Gruppe" in die Geschichte eingehen. "Das ist das Geheimnis dieser Mannschaft: Über jeglichem Individualismus, der natürlich jeden Tag erlaubt ist, steht der Block." Torres erinnerte sich auch an weniger gute Zeiten wie das Ausscheiden im WM-Achtelfinale 2006 gegen Frankreich oder die beiden Niederlagen zu Beginn der EM-Qualifikation im Herbst 2006 gegen Nordirland (2:3) und Schweden (0:2).
Damals habe Luis Aragones der Mannschaft gezeigt, wie sie aus dem Tief herauskommen könne, so Torres: "Er hat uns den Charakter gegeben, uns aus solch schwierigen Situationen befreien zu können. Wir haben gesehen, dass er damals mit uns gelitten hat. Daher kämpfen wir jetzt auch für ihn. Wir wollen für ihn den Titel holen, damit der den Abschied vom Nationalteam bekommt, der ihm gebührt."
Außerdem wolle die Mannschaft auch speziell für den verletzten Stürmerkollegen David Villa um den EM-Sieg kämpfen: "Er hat bereits gezeigt, dass er ein unheimlich wichtiger Spieler für uns ist. Wenn ich jetzt in seine Haut schlüpfe, spüre ich seine Machtlosigkeit, weil er jetzt nicht mehr helfen kann. Wir müssen auch für ihn gewinnen." Gegen Deutschland werde das zwar schwer ("Sie sind es gewohnt, Finali zu gewinnen"), die Chance sei aber zweifellos vorhanden. "Derzeit können wir gegen jeden Gegner gewinnen, wir müssen nur unser Spiel spielen."
(apa/red)
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