27.6.2008 13:57

Spanien für Russland eine Nummer zu groß:
Coach Hiddink voll des Loben für den Gegner

  • "Hoffe, sie spielen jetzt auch noch ein gutes Finale"
  • Sein Team wird "mit Stolz auf Turnier zurückblicken"

Auch im zweiten Anlauf war Spaniens Weltklasse-Ensemble für Russlands Jung-"Sbornaja" eine Nummer zu groß. Das Überraschungsteam unterlag im zweiten Halbfinale der Superstar-Truppe von Trainer-Routinier Luis Aragones erneut mit drei Toren Unterschied. 16 Tage nach dem 1:4 im Gruppenauftaktspiel setzte es diesmal ein 0:3.

Doch im Gegensatz zum ersten Match tobte Russland-Coach Guus Hiddink weder in der Pause noch nach dem Schlusspfiff, weil seine Burschen im Stile einer Schülermannschaft eine bittere Lektion in Sachen Konter-Fußball erteilt bekommen hatten. Nein, diesmal konnte Hiddink nur den Hut vor dem Gegner ziehen. "Dieser Sieg der Spanier war hochverdient. Ich hoffe, dass sie jetzt auch noch ein gutes Finale spielen", lauteten die ersten Worte des 61-jährigen Niederländers.

Spanier wussten Klassenunterschied zu nutzen
Hiddink anerkannte damit den Klassenunterschied, der während des gesamten Spiels deutlich sichtbar war. "Die Spanier haben einfach die Power und die Qualität, dass sie einen solchen Unterschied ausnützen. So gute Teams wissen am Ende eines Turniers, ihre Erfahrung auszuspielen. Und wenn man einmal gegen so eine erfahrene Mannschaft 0:1 zurückliegt, dann ist es sehr schwer, dem Spiel noch eine Wende zu geben", betonte der Erfolgscoach, der damit auch im dritten Anlauf scheiterte, ein großes Finale zu erreichen. Mit den Niederlanden war für den Trainerfuchs 1998 ebenso wie vier Jahre später mit Südkorea im WM-Halbfinale Endstation gewesen.

"Wir haben uns mit ihrem Positionsspiel und Direktpassspiel sehr schwer getan, vor allem ihr kompaktes Mittelfeld hat sich sehr gut bewegt. Wir mussten daher sehr viel laufen, wobei uns auch noch das anstrengende Viertelfinale in den Knochen steckte. In der ersten Hälfte haben wir ihrem Druck noch standgehalten. Aber als wir dann müde wurden, haben sie eiskalt zugeschlagen. Da hat man auch den Erfahrungsunterschied deutlich gemerkt", analysierte Hiddink.

Auch fehlte ihm die Qualität im Kader, um den gelb-gesperrten Innenverteidiger Denis Kolodin adäquat ersetzen zu können. "Aber es lag nicht an seiner Absenz, dass wir dieses Halbfinale verloren haben", stellte der Niederländer gleichzeitig klar, dass es keinen Sinn mache, nach Ausreden zu suchen.

Arschawin gegen Spanier "Totalausfall"
Die Spanier waren einfach so stark, dass nicht einmal der gegen die Schweden und Niederländer noch so überragende Spielmacher Andrej Arschawin ansatzweise in der Lage war, sein Können zu entfalten. "Er hat zu spüren bekommen, wie es ist, wenn er auf starke Spieler trifft, die sich auf ihn konzentrieren", lautete Hiddinks Erklärung für Arschawins "Totalausfall", um im selben Atemzug anzumerken: "Er besitzt aber natürlich die Qualität, sich in einer großen Liga zu behaupten."

Weiters zog der Erfolgscoach wenige Minuten nach dem Schlusspfiff auch schon Bilanz. "Wenn die Enttäuschung verflogen ist, dann werden wir mit Stolz auf dieses Turnier zurückblicken können. Meine Spieler haben in diesem Turnier viel für die Zukunft gelernt und können voller Zuversicht nun in die WM-Qualifikation gehen. Da werden wir von den hier gesammelten Erfahrung schon profitieren", lautete Hiddinks zuversichtliche Prognose.

Hiddink freut sich schon aufs Endspiel
Im Hinblick auf das Endspiel Deutschland gegen Spanien meinte Hiddink: "Natürlich haben die Spanier eine Chance, das Finale zu gewinnen. Deutschland hatte gute und schwächere Spiele, aber sie stehen wieder da, wo sie hin wollten. Es wird ein sehr interessantes Finale zwischen einer physisch starken Mannschaft und einer, die sehr schnell und direkt spielt. Denn das spanische Team liebt es, Fußball zu spielen. Ich freue mich deshalb auf dieses Endspiel."

(apa/red)

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27.6.2008 13:57
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