Philipp Lahm der deutsche Matchwinner: Verteidiger schoss DFB-Team ins EM-Finale
- Erzielte 3:2 in der 90. Minute gegen die Türkei
- Dritter Teamtreffer im 46. Spiel für den Bayern-Star

Es war der erste schwächere Auftritt von Philipp Lahm im deutschen Teamdress bei der EURO, trotzdem war der 24-Jährige der gefeierte Held. Der Bayern-München-Außenverteidiger wurde in der 90. Minute auf der linken Seite ideal freigespielt, schoss an Türkei-Goalie Rüstü vorbei zum 3:2-Endstand ein und machte damit den Finaleinzug der DFB-Elf perfekt. Von der UEFA wurde Lahm, der den zweiten deutschen Treffer durch Klose vorbereitet hatte, deshalb als "Man of the match" ausgezeichnet.
Der passionierte Tischtennis-Spieler zählte in den ersten vier Partien jeweils zu den Besten, war auch bei der einzigen Turnierniederlage gegen Kroatien als einziger kein Totalausfall und wurde deshalb zuletzt auch von allen Seiten mit sehr viel Lob überschüttet. Gegen die Türken hatte der 46-fache Teamspieler, der diesmal nicht so souverän wie gewohnt auftrat, auf der linken Abwehrseite gegen den quirligen Kazim Kazim vor allem vor der Pause einen schweren Stand.
Nach dem Seitenwechsel schaltete sich der bis 2012 an Bayern München gebundene Abwehrspieler dann immer mehr in die Offensive ein und hätte schon in der 51. Minute belohnt werden können, nach einem Foul am Strafraum blieb aber der Elfmeterpfiff des schwachen Schweizer Schiedsrichters Massimo Busacca aus. Als alle bereits mit einer Verlängerung rechneten, schlug Lahm mit einem platzierten Schuss am chancenlosen Rüstü vorbei aber doch noch zu.
Dritter Teamtreffer
Für den Münchner war es der dritte Teamtreffer. Dabei der zweite wirklich wichtige, bereits bei der Heim-WM hatte er die Deutschen im Auftaktspiel gegen Costa Rica (4:2) mit dem 1:0 auf die Siegerstraße gebracht.
Die Flexibilität des im Team zuletzt von seiner angestammten rechten auf die linke Abwehrposition beförderten Verteidigers ist auch seine große Stärke. Dessen ist sich auch DFB-Teamchef Joachim Löw bewusst. "Philipp ist vielseitig einsetzbar, ein flexibler, spielintelligenter, gut ausgebildeter Spieler, der alle Lösungen findet", sagte der Bundestrainer.
Lahm hat damit am Sonntag im Finale in Wien die Chance, bereits bei seinem dritten großen Turnier nach der EM 2004 (Aus nach der Gruppenphase) und der WM 2006 (Platz drei) seinen ersten großen Titelgewinn mit der DFB-Elf perfekt zu machen. "Wir sind auf einem sehr guten Weg, haben uns seit der WM sehr gut weiterentwickelt und den Abstand zu den absoluten Topteams verringert", hatte der Abwehrspieler kürzlich in Tenero erklärt. Dies haben die Deutschen bei der Endrunde bisher unter Beweis gestellt, allerdings stand der DFB-Elf diesmal auch das nötige Glück und ein beim Treffer von Klose unsicherer Rüstü zur Seite.
(apa/red)
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