25.6.2008 15:36

Türkischer Teamchef vertraut auf seine Reservisten: Aber glaubt "nicht an Wunder"

  • "Für uns ist es das wichtigste Spiel der EM-Geschichte"
  • Terim glaut das Glück schon überstrapaziert zu haben

Die Türkei geht in Basel stark ersatzgeschwächt und damit als Außenseiter ins Halbfinale der EURO 2008 gegen Deutschland. Dennoch glaubt Teamchef Fatih Terim an seine Mannschaft und die 15 Spieler, die einsatzfähig sein dürften. Der 54-Jährige sprach über sein Vertrauen, die fehlende Existenz von Wundern und die Bedeutung des Spiels für die Türkei. Drei Fragen an den türkischen Erfolgstrainer:

Frage: Welchen Stellenwert hat dieses Spiel für Sie und wie gedenken Sie, die Ausfälle zu kompensieren?
Terim: "Für uns ist es das wichtigste Spiel unserer EM-Geschichte. Die Mannschaft ist stark, sie ist mutig. Wir glauben an den Erfolg. Wir haben keine Angst vor den Deutschen. Genauso wenig wie wir Angst vor den anderen Gegnern gehabt haben. Weder ich, noch meine Spieler haben das Gefühl, dass die Mission bereits abgeschlossen ist. Ich vertraue den Spielern, die auf dem Feld stehen.
Zu Beginn der EM waren viele dieser Spieler in der Welt nicht bekannt, aber jetzt haben viele den Hut gezogen. Sie spielen nicht nur mit dem Kopf, sondern auch mit ihrem Herzen."

Frage: Ihre Mannschaft hat drei Spiele in den letzten Minuten
umgedreht. Glauben Sie an ein weiteres Wunder?
Terim: "Es gibt drei mögliche Ergebnisse im Fußball - Sieg,
Unentschieden oder Niederlage.
Das Ergebnis 'Wunder' gibt es nicht. Ich habe es auch in unserer Kabine an die Wand geschrieben: 'Nichts ist unmöglich.' Aber wenn jemand sagt, Siege seien Glück oder Wunder, den belächle ich. Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied. Das hat schon Einstein gesagt. Wenn eine Mannschaft bis zum Ende kämpft, dann wird sie unweigerlich gewinnen."

Frage: Was bedeutet dieses Spiel für die türkische Bevölkerung und den türkischen Fußball?
Terim: "Wir sind eine Mannschaft, die Botschaften herüberbringt - nicht nur über den Fußball. Es geht um ein Land, in dem es so viele Krisen gibt, in dem die Menschen nicht immer so tolerant sind. Aber der Fußball vereint alle. Auch im Nationalteam spielen Spieler aus allen Landesteilen und sogar aus dem Ausland.
Alle vereinen sich unter der türkischen Flagge. Wenn Sie nach einem Wunder suchen, dann ist das das Wunder. Viele Menschen verschiedener Herkunft vergessen ihre Sorgen und empfinden Solidarität. Wir sind sehr stolz, dass wir das geschafft haben."
(apa/red)

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25.6.2008 15:36
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