Spanien spielt gegen Russland in neuem Gewand: Erstmals bei der EURO in Gold
- Mit Auswärtstrikot im "Friendly" Frankreich besiegt
- Trotz großem Respekt vor Russland ist Finale das Ziel

Schon wieder ein Grund, um abergläubisch zu werden? Kaum haben die Spanier im Viertelfinale gegen Italien ihre "Fluchangst" abgelegt, tragen sie schon wieder Sorgenfalten im Gesicht. Im Semifinale der EURO 2008 muss "La Roja" erstmals auf ihre traditionellen roten Trikots mit blauer Hose verzichten. Das Match gegen Russland im Ernst-Happel-Stadion von Wien gilt für die Truppe von Teamchef Luis Aragones als Auswärtsspiel, daher wird die "seleccion" in gelben, fast goldenen, Dressen spielen.
Bisher wurde dieses Kostüm erst einmal getragen. Im Februar bei einem 1:0-Sieg in einem Freundschaftsspiel gegen Frankreich in Malaga. Also stellt Mittelfeld-Stratege Xavi auch die Zeichen auf Entwarnung: "Wir haben gezeigt, dass wir auch damit gewinnen können."
Dennoch ist der Respekt vor einem Gegner, der in der Gruppenphase bereits mit 4:1 bezwungen worden ist, groß. Irgendwie sei der russische Bär im ersten Aufeinandertreffen offenbar ein "Wolf im Schafspelz" gewesen, heißt es im EURO-Camp der Spanier in Neustift im Stubaital. "Der Unterschied zu dieser Partie ist, dass sie seither ziemlich an Selbstvertrauen gewonnen haben", meinte Xavi, "das erste Match muss wie ein Hammer für sie gewesen sein, dann sind sie besser geworden."
Im ersten Match 4:1 Sieg
In Innsbruck habe Spanien aber auch Glück gehabt, erinnerte sich der Mittelfeldspieler des FC Barcelona. "Wir sind 2:0 in Führung gegangen und konnten dann den Ball kontrollieren und auf Konter spielen." Bei aller Anerkennung für die Mannschaft des Niederländers Guus Hiddink würden die Spanier ihr Ziel aber nicht aus den Augen verlieren, versprach Xavi den Fans, die in der Heimat ausnahmsweise einmal wegen des Nationalteams Kopf stehen: "Wir wollen ins Finale. In Katalonien, im Baskenland, überall in Spanien wollen sie, dass wir gewinnen. Wir haben bereits einen großen Schritt gemacht, um Geschichte zu schreiben. Jetzt haben wir eine große Chance vor uns."
Kopfzerbrechen bereitet Spaniens Team aber Russlands Spielmacher Andrej Arschawin, der im ersten Spiel gegeneinander wegen einer Sperre nicht dabei war. "Man muss nicht viel über Arschawin sagen", meinte etwa der aus Brasilien stammende Mittel-Staubsauger Marcos Senna, "jeder hat gesehen, was für eine Partie er gegen die Niederlande gemacht hat."
Respekt vor körperlicher Fitness
Verteidiger Alvaro Arbeloa warnte wiederum vor der physischen Stärke des Gegners: "Da sind sie wahrscheinlich stärker als alle anderen. Und Russland ist nicht nur Arschawin. Sie sind auf allen Positionen gut. Außerdem haben sie uns schon im ersten Spiel gezeigt, dass sie uns das Leben von der linken Seite her schwer machen können. Ein Schlüssel zum Sieg könnte es sein, das erste Tor zu schießen."
Ansonsten wird in Neustift im Stubaital auch schon über die Zeit nach der EURO nachgedacht. Ob die Spieler es gerne sehen würden, dass Luis Aragones entgegen anderslautender Ankündigungen auch danach im Amt bleibt, wurde Xavi gefragt: "Das hängt nur von ihm ab, aber er sagt, er hat sich schon entschieden. Wir werden ihn jedenfalls immer in unseren Herzen haben. Er hat uns in diesen vier Jahren sehr geprägt. Niemand im spanischen Fußball kann etwas Schlechtes über Luis Aragones sagen." (apa/red)
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