Deutschland im Halbfinale großer Favorit:
Löw & Ballack warnen vor motivierter Türkei
- Im deutschen Teamcamp herrscht gute Stimmung
- Michael Ballack verspricht: "Es wird jeder brennen"

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Löw vor Türkei-Match
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Terim vor Halbfinale
Türkischer Teamchef vertraut auf Reservisten
Die Ausgangslage könnte deutlicher nicht sein: Deutschlands Fußball-Nationalteam geht als ganz klarer Favorit in das EURO-Halbfinale heute (20.45 Uhr/LIVE auf news.at) gegen die Türkei in Basel. Während die Türken stark ersatzgeschwächt sind, kann DFB-Teamchef Joachim Löw aus dem Vollen schöpfen. Trotzdem nimmt er die Partie nicht auf die leichte Schulter. "Die Türken haben im bisherigen Turnierverlauf gezeigt, dass mit ihnen immer zu rechnen ist, egal wie der Spielstand ist. Sie sind unberechenbar und dadurch gefährlich", sagte Löw.
Dass die Elf von Coach Fatih Terim der leichteste Gegner im Halbfinale sei, wollte der 48-Jährige nicht bestätigen. "Alle Mannschaften, die im Halbfinale stehen, verfügen über eine gewisse Klasse. Ich kenne die türkischen Spieler und ihre Verhältnisse. Sie sind sehr euphorisch, technisch sehr stark, immer bis zur letzten Minute da und haben einen unglaublichen Nationalstolz", charakterisierte Löw den Gegner.
Tatsächlich haben die Türken, "die im Turnierverlauf immer besser geworden sind und alles mobilisieren werden", bei der EM gleich in drei Spielen einen Rückstand noch umgedreht. "Wenn man nach 119 Minuten 0:1 zurückliegt und dann das Spiel noch dreht (Anm./Sieg gegen Kroatien im Elfmeterschießen), dann spricht das für eine großartige Mannschaft", wies Löw hin. Und Thomas Hitzlsperger fügte hinzu: "Die Türken haben diese Qualität in der Nachspielzeit, die man eigentlich den Deutschen zuschreibt. Sie sind erst besiegt, wenn sie in den Bus steigen."
Gute Stimmung im deutschen Teamcamp
Hamit Altintop und Co. geben jedenfalls ein anderes Bild als die Portugiesen ab. "Sie sind noch beweglicher und kreativer, nicht so positionsbezogen", sagte Löw. Ob er deshalb sein 4-2-3-1-System wieder in ein 4-4-2 verändern werde, wollte der Coach, dem der komplette 23-Mann-Kader zur Verfügung steht, nicht verraten. "Wir haben flexibel trainiert, mehrere Möglichkeiten durchgespielt. Bei einem Halbfinale geht es aber um Kleinigkeiten, da darf man nicht zu viel preisgeben", merkte Kapitän Michael Ballack an.
Im Spielerlager herrscht vor der Partie zwar eine gelöste, gute Stimmung, wie zuletzt auch in den Trainings und Pressekonferenzen deutlich wurde, unterschätzt wird der Halbfinalgegner aber nicht. "Sie sind ein ganz gefährlicher Gegner, der nichts zu verlieren hat, weil der Einzug ins Halbfinale für sie schon ein Riesenerfolg ist", betonte Ballack und ging auch noch einen Schritt weiter. "Ich sehe keine Favoritenrolle vergeben. Die Türken haben eine Mannschaft, die man nicht starkreden, aber vor der man auf der Hut sein muss."
Türkei könne sich gut auf Gegner einstellen
Türkei-Coach Terim sei ein Motivator, dazu habe sich dessen Truppe immer gut auf ihre Gegner einstellen können. "Das spricht für ihre mentale Stärke", sagte Ballack. Trotzdem schiele der dreifache Europameister natürlich auf die große Chance, im Finale zu stehen und den Pott holen zu können. "Es wird jeder brennen, wir wollen den letzten Schritt machen", betonte der 31-Jährige.
Nach der fünftägigen Pause freuen sich die DFB-Kicker auch schon auf das Spiel. "Wir hatten jetzt einige Zeit zum Regenerieren. Aber jetzt ist es an der Zeit, dass wir wieder spielen, denn die Zeit zwischen den Spielen war jetzt schon lange", wies der Chelsea-Legionär hin.
Deutsche Spieler sind geil aufs Finale
Ein Erfolgsrezept haben die Deutschen natürlich auch. "Es ist wichtig, von der ersten Sekunde an zu brennen. Die Türken sind eine Mannschaft, die von ihrem Mut, Willen und der Leidenschaft lebt. Das gilt es auch entgegenzusetzen", erklärte Co-Trainer Hansi Flick, der vom Erfolg überzeugt ist. "Die Spieler sind alle heiß und geil darauf, ins Finale einzuziehen. Wir haben unseren Matchplan, wollen unser Spiel durchziehen." Wie schon gegen Portugal könnte der Weg auch diesmal über gelungene Standardsituation zum Erfolg führen. "Wir haben gesehen, dass wir damit Spiele entscheiden können", so Löw.
Die DFB-Elf dürfte bis auf eine Veränderung in der selben Besetzung wie beim erfolgreichen Portugal-Spiel (3:2) einlaufen. Nur der an einem Rippenbruch laborierende Torsten Frings steht, vermutlich für Thomas Hitzlsperger, vor einer Rückkehr in die Stammformation. Mit Miroslav Klose (79 Länderspiele), Oliver Neuville (69), Jens Lehmann (59), Arne Friedrich (59) und Kevin Kuranyi (49) könnten gleich fünf Nationalspieler ein persönliches Team-Jubiläum feiern.
Mögliche Aufstellungen Deutschland - Türkei
(Basel, St. Jakob-Park, SR Massimo Busacca/SUI)
Deutschland: 1 Lehmann - 3 Friedrich, 17 Mertesacker, 21 Metzelder, 16 Lahm - 8 Frings, 6 Rolfes - 7 Schweinsteiger, 13 Ballack, 20 Podolski - 11 Klose
Ersatz: 12 Enke, 23 Adler - 2 Jansen, 4 Fritz, 5 Westermann, 9 Gomez, 10 Neuville, 14 Trochowski, 15 Hitzlsperger, 18 Borowski, 19 Odonkor, 22 Kuranyi
Es fehlen: Keine
Türkei: 1 Rüstü - 20 Sabri, 4 Gökhan Zan, 6 Mehmet Topal, 3 Hakan Balta - 18 Kazim Kazim, 7 Mehmet Aurelio, 5 Emre, 22 Hamit Altintop, 11 Tümer - 9 Sentürk
Ersatz: 12 Tolga - 16 Ugur, 19 Ayhan, 21 Mevlüt, 10 Gökdeniz
Es fehlen: 23 Volkan (Rotsperre nach Ausschluss gegen Tschechien), 14 Arda Turan, 15 Emre Asik,
17 Tuncay (alle Gelbsperre), 2 Servet (Bänderverletzung im Knie), 13 Emre Güngör (Wadenverletzung), 8 Nihat (Oberschenkelverletzung)
Fraglich: 5 Emre (Wadenverletzung), 11 Tümer (Leistenverletzung)
(apa/red)
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