Akagündüz:"Deutsche werden aufsteigen"
Türken würden aber bis zuletzt kämpfen
- Personalsituation spricht gegen türkischen Sieg
- Bevölkerung sieht die Aufsteigschancen realistisch

Muhammet Akagündüz schätzt die Chancen auf einen Sieg der Türkei im Halbfinal-Duell der EURO 2008 mit Titelfavorit Deutschland in Basel als gegeben, aber nicht sehr hoch ein. "Es wird sehr, sehr schwierig. Wenn man Realist ist, muss man sagen, dass Deutschland drüberkommen sollte", meinte der zehnfache österreichische Teamstürmer mit türkischem Hintergrund.
Trotzdem kann man sich im Lager des EM-Überraschungsteams vom Bosporus laut dem 30-Jährigen, der in der Sommerpause von der SV Ried in die Türkei zu Erstliga-Absteiger Manisaspor wechselte, Hoffnungen auf den Final-Einzug machen: "Je länger das Spiel aber an der Kippe steht, desto länger kann man dagegenhalten."
Vor allem die Ausgangssituation auf der personellen Ebene spricht nicht unbedingt für die Mannschaft um Trainer Fatih Terim. "Deutschland kann auf alles zurückgreifen, der Türkei fehlt die Hälfte der Mannschaft. Was ich weiß, haben sie nicht einmal zwei richtige Innenverteidiger", meinte der Stürmer, der im ÖFB-Team einmal getroffen hatte.
"Die Türkei wird bis zur letzten Minute kämpfen"
Dass die Batterien der Türken nach den aufreibenden, weil erst in der Endphase fixierten Siegen gegen die Schweiz und Tschechien sowie dem Elferkrimi gegen Kroatien leer wären, sei kein Thema. "Wenn man Fußball gespielt hat, weiß man, dass einen so etwas nur beflügelt. Die Türkei wird bis zur letzten Minute kämpfen."
Viel werde wieder von Torjäger Semih Sentürk abhängen, der an vorderster Front den verletzen Kapitän Nihat ersetzen wird. "Er wird immer etwas unterschätzt", berichtete Akagündüz über den Torschützenkönig der türkischen "Süperlig", der mit seinem Ausgleich gegen die Kroaten das ganze Land in Jubelstimmung gebracht hatte.
Türken sehen Aufsteigschancen realistisch
Dabei sei ein Erfolg gegen die Balkan-Elf in der fußballverrückten Türkei kein Thema gewesen. "Schon nach dem Einzug ins Viertelfinale haben alle vom Halbfinale geredet. Jetzt sind die Medien und die Bevölkerung wieder ein wenig realistischer", berichtete Akagündüz, der auch schon für die beiden Wiener Großclubs Austria und Rapid gespielt hatte. Sein Transfer zu Manisaspor ist bereits sein vierter Wechsel zu einem türkischen Club.
Gespalten ist die Meinung in der Türkei über den impulsiven Coach, "Imperator" Terim. "Es gibt viele Befürworter, aber auch einige, die ihn richtig hassen. Es gab Kommentare in Zeitungen, die unter die Gürtellinie gingen", berichtete Akagündüz. Mit den Spielern habe er jedoch ein sehr gutes Verhältnis.
(apa/red)
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