24.6.2008 12:29

Da versteht sogar Lukas Podolski keinen Spass: Er will mit DFB-Elf ins EURO-Finale

  • 23-jähriger "Lustikus" als fixe Größe bei Deutschland
  • Mit voller Konzentration will er Europameister werden

Deutschlands Teamspieler Lukas Podolski hat beim deutschen Meister Bayern München zwei schwierige Jahre hinter sich, beim Nationalteam scheint er sich hingegen pudelwohl zu fühlen. Das wurde auch auf der DFB-Pressekonferenz in Tenero augenscheinlich. Der 23-Jährige witzelte während der gesamten Fragestunde lieber herum, als kernige Antworten zu geben.

Nachdem Bundestrainer Joachim Löw das Podium verlassen hatte, begann "Poldis" großer Auftritt. Zuerst drückte er Mediendirektor Harald Stenger das Mikrofon weg, sodass dieser nicht sprechen konnte, dann ließ er unter anderem auf eine Frage eines Journalisten über das Spielsystem der Nationalmannschaft über Stenger ausrichten, dass er dazu nichts zu sagen habe.

Mit Fortdauer der Pressekonferenz kamen dann aber doch noch Antworten. "Es läuft für mich und die Mannschaft sehr gut", sagte der 23-Jährige. Er habe sich vor dem Turnier keine Tormarke gesetzt und auch keine -wetten mit Teamkollegen - wie etwa Miroslav Klose mit Italiens Luca Toni - abgeschlossen. "Ich habe mir nicht gedacht, dass ich zu diesem Zeitpunkt schon drei Tore auf dem Konto haben werde", gestand der Münchner.

Mit DFB-Mediendirektor in der Sauna
Im Gegensatz zu Bayern München ist Podolski im Nationalteam eine fixe Größe. "Mit dem Harald (Anm./Mediendirektor Harald Stenger) gehe ich ab und zu in die Sauna. Daran wird es aber nicht liegen", scherzte der "Spaßmacher", um danach wieder ernst zu werden. "Wir haben ein Superteam, ich habe das Vertrauen vom Trainer und spiele regelmäßig." Alles Dinge, die bei Bayern in der Vergangenheit nicht zutreffend waren. Podolski kam in der abgelaufenen Saison bei den Münchnern zwar auf 25 Saisoneinsätze (fünf Tore), war dabei aber zumeist nur Reservist.

Deshalb denkt der Offensivspieler, der im Nationalteam zuletzt vom Stürmer zum linken Mittelfeldspieler umfunktioniert wurde, auch durchaus an einen Abschied vom Meister, bei dem er bis 2010 einen Vertrag hat. "Ich hatte nicht das Gefühl, dass der Verein mir Vertrauen gibt. Und ich verspüre es auch jetzt nicht", sagte Podolski.

"Ziel Europameister"
Seine Konzentration gelte jetzt aber der Nationalmannschaft. "Mein Ziel ist Europameister zu werden, alles andere ist derzeit egal", so der dreifache EM-Torschütze, dem Angebote aus dem Ausland vorliegen sollen. DFB-Teammanager Oliver Bierhoff riet Podolski "mit noch zwei guten Spielen" auf sich aufmerksam zu machen. "So hat er die besten Voraussetzungen, dass er eine große Auswahl hat oder dass auch Bayern München ihm dieses Vertrauen schenkt, dass er sich wünscht."

Ins Halbfinale gegen die Türkei (20.45 Uhr/live news.at) geht Podolski, der in 52 Länderspielen schon 28 Tore erzielt hat, optimistisch. "Wer bei der Türkei gesperrt oder verletzt ist, ist egal. Wenn wir so ins Spiel gehen, wie gegen die Portugiesen, haben wir eine gute Chance ins Finale einzuziehen", sagte der WM-Jungstar von 2006.
(apa/red)

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24.6.2008 12:29
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