Spanien - Italien 4:2: Der Fluch ist endlich gebrochen und der Weltmeister draußen
- 120 lange Minuten ohne Tore vor 50.000 Zuschauer
- Elfmeterschießen verhilft Spanien zum Sieg am Rasen

Es war ein schwacher, torloser Kick über 120 Minuten. Dann entschied das Elfmeterschießen. Weltmeister Italien verliert im EM-Viertelfinale 2:4 und scheidet aus. Spanien spielt am Donnerstag im Halbfinale gegen Russland.
Der Weltmeister verabschiedet sich aus Europa. Zwei Jahre nach dem Triumph von Berlin scheiterte Italien gestern schon im Viertelfinale beim Versuch, auch die Europameisterschaft zu gewinnen. Vor 50000 Zuschauern im Wiener Ernst-Happel-Stadion war Spanien nach 120 torlosen Minuten und anschließendem Elfmeterschießen die glücklichere Mannschaft. Um 23.22 Uhr setzte der eingewechselte Cesc Fabregas den entscheidenden Treffer.
Strenger Teamchef
Teamchef Luis Aragones wollte nach dem ersten Einzug in ein EM-Halbfinale seit 1984 nichts beschönigen: "Wir haben keinen großartigen Fußball geboten, aber die Italiener auch nicht. Das Tempo war eher niedrig, wenn wir schneller gespielt hätten, hätten wir mehr Chancen erarbeitet. Italien hat nur mit hohen Bällen operiert. Aber wir hatten drei, vier Möglichkeiten. Wir waren ein wenig frischer, aber sind nicht schnell genug mit dem Ball gewesen und haben ihn einige Male auch leichtfertig verloren." Aragones sieht den Halbfinalgegner Russland wegen des dortigen Meisterschafftsrhythmus leicht im Vorteil.
Fluch gebrochen
Die Spanier besiegten nicht nur die Italiener, sondern auch den Fluch, bei großen Turnieren nie weit zu kommen. Das ist nun endlich anders. Im Halbfinale treffen sie am Donnerstag in Wien auf Russland. "Russland ist eine großartige Mannschaft", sagte Elfmeter-Held Casillas. "Wir haben das Gruppenspiel zwar 4:1 gewonnen, aber keiner soll sich einbilden, dass wir jetzt leicht das Finale erreichen. Was vor zwei Wochen war, interessiert jetzt nicht mehr."
Motivation und Siegeswillen
Allerdings ist Aragones mittlerweile vom Siegeswillen seiner Truppe überzeugt: "Dieses Team will ins Finale und dort auch gewinnen." Das soll auch weiterhin mit den bisher erfolgreichen Mitteln geschehen: "Wir haben unsere Art und Weise zu spielen und die wird sich nicht ändern. Der Gegner ist nicht so wichtig. Man muss nur herausfinden, wie man ihn stoppen kann." (apa/red)










