Erste Überraschung in Wimbledon perfekt:
Djokovic in 2. Runde an Safin gescheitert
- Ungesetzter Russe gewann in drei Sätzen 6:4,7:6,6:3
- "Wimbledon-König" Federer locker eine Runde weiter

·Nadal und Roddick beim Auftakt souverän
Dawydenko unterliegt Außenseiter Ben Becker
·Melzer ringt Ljubicic in fünf Sätzen nieder
Kroatische Nummer 26 des Turniers geschlagen
·Endstation für Tamira
Paszek in Runde eins
Vorarlbergerin rutscht
in der Weltrangliste ab
·Bammer qualifiziert sich für die 2. Runde
Gegnerin muss wegen Knieverletzung aufgeben
Der dritte Turniertag in Wimbledon hat die erste ganz große Überraschung gebracht: Der ungesetzte Russe Marat Safin eliminierte den Weltranglisten-Dritten und Turnier-Co-Favoriten Novak Djokovic in drei Sätzen mit 6:4,7:6(3),6:3. Der 21-jährige Serbe war in diesem Jahr bereits bei den Australian Open erfolgreich und erreichte 2007 das Halbfinale im Londoner "Rasenmekka".
6:4,7:6 (3),6:2 - ein Ergebnis dieser Art konnte man erwarten. Dass es nach zwei Stunden Spielzeit für den Außenseiter Marat Safin und gegen den Weltranglistendritten Novak Djokovic spricht, war allerdings die größte Überraschung des dritten Turniertages. Angefangen von den eigenen Servicegames, in denen der 21-jährige Australian-Open-Sieger zehn Doppelfehler bei nur vier Assen fabrizierte, stand Djokovic von Anfang an auf verlorenem Posten.
Safin hingegen ließ nur eine Breakchance zu, die Djokovic zwar nützte, sonst aber mit 28 Eigenfehlern auch von der Grundlinie die 28-jährige Nummer 75 der Welt nicht unter Druck setzten konnte. "Ich hatte wenig Selbstvertrauen, weil ich schon lange kein großes Match gewonnen habe. Djokovic am Center Court in Wimbledon zu besiegen ist großartig, weil Rasen nicht mein Belag ist. Novak war unter Druck, weil er die Nummer eins werden wollte. Von mir hat niemand etwas erwartet", meinte Safin.
Djokovic spielt zu viele Turniere
Von Djokovic' Ambition, Roger Federer den sechsten Triumph in Wimbledon zu verderben und vom Thron des Branchen-Primus zu stoßen, war wenig zu spüren. "Er spielt zu viele Turniere, er muss besser planen", sagte Altmeister John McEnroe. Und Boris Becker, der wie "Big Mac" für die BBC kommentierte, meinte: "Marat weiß, wie man auf der großen Bühne spielt. Und es ist gut, dass er wieder stark spielt. Tennis braucht Charaktere wie ihn."
Der ehemalige Weltranglistenerste hatte erst zum dritten Mal in dieser Saison zwei Matches in Folge gewonnen und trifft nun auf den Italiener Andreas Seppi. "Ich spiele jetzt sehr gut und kann hier weit kommen", so Safin, der auch im zweiten Aufeinandertreffen mit Djokovic die Oberhand behielt. Beim ersten Sieg 2005 bei den Australian Open deklassierte er den damals 17-jährigen Serben 6:0,6:2,6:1, freilich unter anderen Vorzeichen.
Djokovics große Serie zu Ende
Djokovic musste damit eine eindrucksvolle Serie beenden. Er hatte bei den vergangenen fünf Grand-Slam-Turnieren zumindest das Halbfinale erreicht und war dementsprechend enttäuscht: "Ich habe nichts so hingekriegt, wie ich es mir vorgenommen habe. Er hat mich unter Druck gesetzt und war mental hellwach im Gegensatz zu mir." Heißsporn Safin könnte in einem möglichen Halbfinale auf Roger Federer treffen.
Der Schweizer überstand wie die weiteren Favoriten den dritten Turniertag zum Großteil ohne Probleme. "Wimbledon-König" Federer musste zwar in Durchgang drei einen Satzball abwehren, hatte mit Robin Söderling aber ebenso wenig Mühe wie Serena Williams mit Urszula Radwanska. Der deutsche Peya-Bezwinger Mischa Zverev warf Juan-Carlos Ferrero aus dem Bewerb. Der als Nummer 21 gesetzte Spanier musste bei 4:6,4:6,1:2 verletzungsbedingt aufgeben.
(apa/red)
