US-Außenministerin in China eingetroffen: Rice spricht Beileid für Erdbebenopfer aus
- Gespräche in Peking über Nordkoreas Atompolitik
- USA sehen weiterhin Klärungsbedarf in Nuklearfrage

·Rice setzt im Streit mit Nordkorea nach
US-Außenministerin beharrt auf Forderungen
·INFO: Nordkorea und seine Nuklearwaffen
Eine Chronologie des Konflikts mit den USA
US-Außeministerin Condoleezza Rice ist zu einem zweitägigen Besuch in China eingetroffen. Hier besucht sie zunächst das Erdbebengebiet im Südwesten des Landes. In der Provinzhauptstadt Chengdu sprach Rice im Namen aller US-Bürger den Opfern des Erdbebens vom 12. Mai ihr Beileid aus.
"Wir sind froh, dass die chinesische Regierung und die Bevölkerung sich an die internationale Gemeinschaft gewandt und ihr erlaubt haben, zu helfen", erklärte Rice. Anders als die Militärjunta im benachbarten Burma nach den Verwüstungen durch den Zyklon "Nargis", hatte die chinesische Führung ausländische Hilfe frühzeitig nach dem Beben angenommen.
In der nicht weit vom Epizentrum gelegenen Stadt Dujiangyan zeigte sich Rice angesichts der Trümmer erschüttert über das Ausmaß der Zerstörung. Sie lobte laut Xinhua die Arbeiten der chinesischen Rettungskräfte. Rice besichtigte Notunterkünfte sowie eine von einer US-Organisation gestiftete Trinkwasseranlage. Dann reiste sie weiter in die Hauptstadt Peking, wo sie am Montag ihren Amtskollegen Yang Jiechi treffen will.
Atomkonflikt mit Nordkorea
Bei den Gesprächen soll es unter anderem um die nächsten Schritte im Streit um das nordkoreanische Nuklearprogramm gehen. Die Maßnahmen sind Teil der Vereinbarungen bei den Sechser-Atomgesprächen Nordkoreas mit den USA, China, Südkorea, Russland und Japan. Nach Angaben eines Sprechers des US-Außenministeriums wird in Kürze ein Termin für die nächste Sechserrunde bekanntgegeben.
Auch nach Nordkoreas Auflistung seines umstrittenen Atomprogramms sehen die USA weiteren Klärungsbedarf. Es gebe noch offene Fragen, die sich auf das Urananreicherungsprogramm und die von Washington vermutete Weiterverbreitung von Nuklearmaterial durch das kommunistische Land bezögen, sagte Rice nach Gesprächen mit ihrem südkoreanischen Kollegen Yu Myung Hwan in Seoul. "So weit haben wir keine Antworten, die wir zu beiden Punkten benötigen." Am Sonntag besuchte Rice in China das Erdbebengebiet von Sichuan.
Internationale Verpflichtungen
Uran in hochangereicherter Form kann zum Bau von Nuklearwaffen verwendet werden. Rice forderte Nordkorea auf, seine Verpflichtungen gemäß den internationalen Vereinbarungen zur Beendigung seines Atomprogramms vollständig zu erfüllen. "Am Ende muss die Beseitigung aller Programme, Waffen und Materialien stehen", sagte die US-Außenministerin.
Nordkorea hatte am Donnerstag eine umfassende Liste mit Einzelheiten zu seinem Atomwaffenprogramm vorgelegt. Am Freitag ließ Pjöngjang in einem symbolischen Akt den Kühlturm an seinem schon 2007 abgeschalteten Kernreaktor in Yongbyon sprengen. Die USA wollen im Gegenzug Nordkorea von ihrer Liste der Terrorismus-Unterstützer streichen und Handelssanktionen aufheben.
(apa/red)
