Rice will Mugabe von Stichwahl abhalten:
Ohne Gegenkandidat Wahl nicht rechtmäßig
- US-Außenministerin befürwortet Einheitsregierung
- Mandela ortet "tragisches Versagen der Führung"

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US-Außenministerin Condoleezza Rice hat den simbabwesischen Präsidenten Robert Mugabe davor gewarnt, die Stichwahl ohne Gegenkandidaten abzuhalten und sich zum Sieger auszurufen. Wegen des Boykotts durch die Opposition könne die Wahl unter keinen Umständen als rechtmäßig anerkannt werden, jedes Ergebnis sei illegitim, sagte Rice in Kyoto zu Beginn der Beratungen der G-8-Außenminister. Mugabe solle vielmehr auf das Angebot von Oppositionsführer Morgan Tsvangirai zur Bildung einer Regierung der nationalen Einheit eingehen.
Tsvangirai hat eine Übergangsregierung vorgeschlagen, in der seine "Bewegung für Demokratischen Wandel" (MDC) mit Mugabes Regierungspartei "Afrikanische Nationalunion von Simbabwe/Patriotische Front" (ZANU-PF) zusammenarbeiten würde, nicht jedoch mit dem Machthaber selbst. Der Oppositionsführer hatte seine Kandidatur am Sonntag wegen der eskalierenden Gewalt und Einschüchterungskampagnen der Staatsmacht zurückgezogen.
Der frühere südafrikanische Präsident Nelson Mandela hat erstmals das Mugabe-Regime öffentlich kritisiert. In Simbabwe sei ein "tragisches Versagen der Führung" zu beobachten, sagte Mandela bei einem Benefiz-Bankett in London. Weiter äußerte sich der Friedensnobelpreisträger nicht zur Lage in dem Nachbarland Südafrikas. Bei dem Diner anlässlich seines 90. Geburtstags am 18. Juli rief Mandela die Ehrengäste, darunter den britischen Premierminister Gordon Brown und Ex-US-Präsident Bill Clinton, auf, das Leid in der Welt zu mindern.
Opposition will keine UNO-Soldaten im Land
Ein Zeitungsartikel, in dem der simbabwesische Oppositionsführer Morgan Tsvangirai die Entsendung von UN-Soldaten in sein Land gefordert haben soll, ist nach dessen Angaben nicht von ihm geschrieben worden. Der britischen Zeitung "The Guardian", die den Artikel veröffentlichte, sei von "glaubwürdigen Quellen" versichert worden, dass er den Text gebilligt habe. Dies sei aber nicht der Fall, hieß es in einer von seiner Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) verbreiteten Erklärung.
Tsvangirai spreche sich für keinerlei militärische Intervention aus. Sein Berater George Sibotshiwe sagte, die Partei versuche herauszufinden, wie der Kommentar unter Tsvangirais Namen zum "Guardian" gelangen konnte.
(apa/red)
