Nordkorea hat seine Atomliste übergeben:
Bush kündigt Lockerung der Sanktionen an
- "Ein wichtiger Schritt" in Sechs-Parteien-Gesprächen
- Politische und wirtschaftliche Zusagen für Abrüstung
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Durchbruch im Streit um das nordkoreanische Atomwaffenprogramm: Nordkorea hat die seit sechs Monaten überfällige Liste mit Einzelheiten seiner Nuklearanlagen an China übergeben. Als "Belohnung" kündigte US-Präsident George W. Bush eine teilweise Aufhebung der Sanktionen gegen Nordkorea an. Dies sei der "Anfang eines Prozesses, nicht sein Ende", forderte Bush Nordkorea auf, "den Moment zu nutzen" und "alle nuklearen Aktivitäten" offenzulegen.
Binnen 45 Tagen soll das isolierte kommunistische Land auch von der Liste der Staaten genommen, die Terrorismus unterstützen, so der US-Präsident in einer von CNN live übertragenen Rede aus dem Rosengarten des Weißen Hauses in Washington. Nordkorea unterliege aber nach wie vor "einer Menge von Restriktionen" in finanzieller und diplomatischer Hinsicht, betonte er. So blieben alle Sanktionen der Vereinten Nationen (UNO) aufrecht.
"Es gibt aber noch viel zu tun, damit Nordkorea seine Isolation beendet", hieß in der Mitteilung. So müsse Pjöngjang alle seine Atomanlagen demontieren, sein Plutonium aushändigen, und "noch offene Fragen hinsichtlich seines angereicherten Urans und seiner Weiterverbreitungsaktivitäten beantworten". In den kommenden 45 Tagen sollen das Verhalten Nordkoreas sowie die Richtigkeit der gemachten Angaben überprüft werden, hieß es.
Nach Angaben der chinesischen Regierung herrscht Einigkeit darüber, nach welchen Grundsätzen die Angaben Nordkoreas zu seinem Atomprogramm überprüft werden sollen. Nordkorea wurden im Rahmen der internationalen Sechs-Parteien-Gesprächen im Gegenzug für die atomare Abrüstung politische und wirtschaftliche Zusagen gemacht. Ein Termin für eine neue Runde Gespräche, an denen außer Gastgeber China - für das isolierte Nordkorea noch am ehesten so etwas wie ein Verbündeter - und den USA auch Südkorea, Japan und Russland teilnehmen, wurde in Peking nicht genannt.
Es wurde erwartet, dass Pjöngjang in dem nunmehr übergebenen Dokument darlegt, welches Atomprogramm es verfolgt und über welche Materialien und Einrichtungen es verfügt. Dabei geht es auch um die Produktion und Lagerung von atomwaffenfähigem Plutonium. Nähere Auskünfte über die militärische Nutzung der Materialien sollte es aller Voraussicht nach jedoch nicht geben. Washington zufolge sicherte Nordkorea zu, alle seine nuklearen Einrichtungen außer Funktion zu setzen und den Kühlturm im Hauptreaktor von Yongbyon zu zerstören.
(apa/red)
