Mittwoch, 25. Juni 2008

200 Mio. Menschen sind Drogen verfallen:
Mäßig positive Bilanz zum Welt-Drogen-Tag

  • Lage in Europa scheint sich lediglich zu stabilisieren
  • Zahl der Suchtgiftopfer in Österreich jährlich steigend

Heute findet der Welt-Drogen-Tag statt. Man schätzt, dass weltweit rund 200 Millionen Menschen illegale Drogen konsumieren. Etwa 13 Millionen von ihnen nehmen Kokain, 16 Millionen Heroin und Opium. Während die Abhängigen vor allem Hilfe und Therapien benötigen, setzen viele Länder noch immer auf Repression. So auch in China, wo Dealer regelmäßig hingerichtet werden.

Laut Amnesty International sollen auch am Welt-Drogen-Tag viele verurteilte Dealer hingerichtet werden. Insgesamt bringen alle Polizei- und Justizmaßnahmen aber relativ wenig bei der Eindämmung des Problems. Positive Tendenzen gab es zuletzt in Europa. Die Lage scheint sich laut der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen stabilisiert haben.

Die Positiva gemäß den Experten: "Es gibt Anzeichen dafür, dass der Heroinkonsum und der injizierende Drogenkonsum im Allgemeinen an Popularität verloren haben. Des Weiteren weisen neue Daten darauf hin, dass der Cannabiskonsum sich jetzt nach einer Zeit der kontinuierlichen Zunahme stabilisiert." Dem standen aber im Jahr 2006 mehr als 7.000 Drogentote in der EU und Norwegen gegenüber.

Rund drei Millionen Menschen in Europa konsumieren Cannabis möglicherweise täglich oder fast täglich. Rund 4,5 Millionen Europäer geben an, sie hätten im vergangenen Jahr Kokain genommen. Die meisten Todesfälle durch Suchtgift sind auf Opiate zurückzuführen. Aus diesem Bereich kommen auch die meisten Personen, die sich einer Therapie unterziehen. Fast 600.000 Abhängige sind in Europa bereits in Substitutionsbehandlung.

Weitgehend stabil ist die Situation rund um illegale Drogen in Österreich. Hier wurde allerdings eine über Jahre hinweg steigende Anzahl von Suchtgiftopfern registriert. Im Jahr 2006 waren es 197, zuvor 191. Auf der anderen Seite befanden sich Ende 2006 bereits 8.120 Opiatabhängige in Substitutionstherapie. (apa/red)

25.6.2008 21:46