SPÖ Tirol zieht neue Wahl-Konsequenzen:
Landesrat Lindenberger erklärt Rücktritt
- Lindenberger verzichtet auch auf Landtagsmandat
- "Beitrag leisten, damit wieder Ruhe in SPÖ einkehrt"

·Van Staa sagt zum Abschied leise Servus
Tiroler Urgestein beugt sich letzter Wahlschlappe
Die Tiroler Landtagswahl hat bei den Regierungsmitgliedern für weitere Konsequenzen gesorgt. Wenige Stunden vor dem SP-Parteivorstand warf LR Hans Lindenberger das Handtuch. Favoritin für das zweite Regierungsamt der SPÖ ist Sozialsprecherin Gabi Schiessling.
Lindenberger will auch sein Landtagsmandat nicht annehmen."Ich möchte damit einen Beitrag dazu leisten, dass in der SPÖ Tirol nach der schmerzlichen Landtagswahl am 8. Juni wieder Ruhe einkehrt", erklärte er.
Durch die Verluste bei der Wahl verfüge die Partei nur mehr über wenig Spielraum, es sei "eng geworden". Durch seinen Verzicht auf Regierung und Landtag würden Plätze frei, die an Vertreter aus den Bezirken vergeben werden könnten.
Das Ausscheiden Lindenbergers hatte sich bei Abschluss der Koalitionsgespräche abgezeichnet. Die SPÖ hatte das Verkehrsressort an die ÖVP abgegeben. Wohnbauförderung und Sport will SP-Chef LHStv. Hannes Gschwentner in Zukunft verwalten. Für die personelle Weichenstellung für den Sozialbereich muss der Landesparteivorstand die Weichen stellen. Neben Sozialsprecherin Schiessling wurde auch der Leiter des Ausbildungszentrums West, der Zirler SP-Vizebürgermeister Walter Draxl, genannt.
Der Verkehrsexperte Lindenberger gehörte zweieinhalb Jahre der Tiroler Landesregierung an. Lindenberger wurde 1949 in Innsbruck geboren und wechselte 1980 aus der Privatwirtschaft zu den ÖBB. Zu seinen Aufgaben zählten die Realisierung der Bahnumfahrung Innsbruck mit dem 13 Kilometer langen Inntaltunnel. 1992 übernahm er die Leitung der Innsbrucker ÖBB-Direktion, 1995 wurde er Geschäftsführer der neu gegründeten Brenner-Eisenbahngesellschaft. Lindenberger ist verheiratet und Vater zweier Söhne.
(apa/red)
