Freitag, 27. Juni 2008

Wieder schwere Unwetter in Ostösterreich: Burgenland besonders schwer betroffen

  • 60 Feuerwehren waren die Nacht im Einsatz
  • Hagel zerstörte Hausdächer, Autos und Ernte

Die dritte - und laut Meteorologen vorläufig letzte - Gewitternacht hat vor allem in Ostösterreich und in Tirol wieder zu zahlreichen Feuerwehreinsätzen und schweren Schäden in der Landwirtschaft geführt. Verletzte gab es keine. Wien - und damit auch die große Fanzone in der City während des zweiten EM-Halbfinales - blieb verschont.

Einen Großeinsatz hat es für die burgenländischen Feuerwehren gegeben. Insgesamt 60 Wehren mit rund 1.000 Florianijüngern waren im Einsatz. Starker Regen und Hagel verursachten zunächst am Donnerstag in den Bezirken Oberpullendorf, Mattersburg und Eisenstadt-Umgebung laut Feuerwehr enorme Schäden. In rund 20 Ortschaften wurden zahlreiche Wohnhäuser und Keller überflutet und mussten von den Helfern ausgepumpt werden. Hauptsächlich betroffen waren die Ortschaften Lackenbach und Lackendorf im Bezirk Oberpullendorf.

Gegen 22.00 Uhr erreichte dann die nächste Gewitterfront das Burgenland. Betroffen waren diesmal praktisch alle Bezirke. Am stärksten in Mitleidenschaft gezogen wurden Ortschaften entlang des Stoober Baches im Mittelburgenland. Hier erwischte es etwa den Raum von St. Martin bis Stoob, die Ortschaft Kalkgruben, den Bereich Neckenmarkt - Horitschon sowie Kobersdorf und Oberpetersdorf. Im Bezirk Bezirk Oberpullendorf wurden Straßen überflutet oder vermurt, es kam zu Sperren. Ab etwa 22.00 Uhr seien in der Feuerwehralarmzentrale in Eisenstadt "im Sekundentakt" Notrufe eingelangt.

2 Mio. Euro Schaden im Burgenland
Das Hagelunwetter hat allein im Burgenland und in Niederösterreich rund zwei Millionen Euro Schaden in der Landwirtschaft verursacht. Bis zu golfballgroßer Hagel schädigte vor allem Getreide- und Maiskulturen, Raps sowie Grünland, teilte die Österreichische Hagelversicherung mit. Nach ersten Erhebungen wurden etwa 7.000 Hektar landwirtschaftliche Flächen schwer in Mitleidenschaft gezogen.

Mure bei Graz
In Graz-Umgebung ist eine rund 200 Meter lange Mure abgegangen und versperrte die Ries, eine der wichtigsten Pendlerverbindungen nach Graz. Der Verkehr musste auf die Südautobahn (A2) umgeleitet werden. Besonders betroffen waren die Bezirke Hartberg, Murau, Mürzzuschlag und Graz-Umgebung.

Schwere Gewitter über Innsbruck
In Tirol sind über 300 Feuerwehrmänner sind aufgrund der schweren Unwetter im Einsatz gewesen. Am schlimmsten war die Situation im Großraum Innsbruck, in Völs, Kematen, Sellraintal, Unter- und Oberperfuß. "Verletzt wurde niemand", sagte Landesfeuerwehrinspektor Alfons Gruber am Freitag. Auch die VIP-Fanzone auf der Seegrube fiel den schweren Gewittern zum Opfer. "Wegen eines Blitzschlages musste die Gondelbahn zur Seegrube gesperrt werden", berichtete Vizebürgermeister Christoph Platzgummer (FI). In Innsbruck habe es in der vergangenen Nacht rund 40 Feuerwehreinsätze gegeben.

Im Sellrain waren mehrere Feuerwehren wegen Murenabgängen im Einsatz. In Unterperfuß blieb ein Autofahrer in einer plötzlich bis zu einem Meter überfluteten Unterführung stecken. "Dieser musste von der Feuerwehr mit einem Traktor geborgen werden", schilderte Gruber.
(apa/red)

27.6.2008 13:58