Dienstag, 24. Juni 2008

Unwetter gehen auf Ostösterreich nieder:
Schwerer Regen, Hagel und Sturmböen

  • Überflutungen in Krems - Feuerwehr im Großeinsatz
  • Schwere Verkehrsbehinderungen im Großraum Wien

Heftige Regenfälle haben in Niederösterreich im Raum Krems zu Überflutungen geführt, in Wien staute sich zumindest der Verkehr. Der Kremsfluss im Kremser Stadtteil Mitterau trat über die Ufer, "sechs bis sieben Straßenzüge" wurden überflutet, so Gerhard Urschler, Leiter des Verwaltungsdienstes der Freiwilligen Feuerwehr Krems, zur APA. Vermutlich mehrere hundert Keller seien in Mitleidenschaft gezogen worden.

Der Pegel des Kremsflusses befand sich Dienstagabend bereits im Sinken. Die Aufräum- und Auspumparbeiten dauerten noch bis in die Nachtstunden. Über 500 Feuerwehrleute standen im Einsatz, unterstützt wurden die Kräfte aus Krems von Kollegen aus Melk oder St. Pölten. Auch Straßen wurden durch die Überschwemmungen erheblich in Mitleidenschaft gezogen.

Links- und rechtsseitig des Kremsflusses bahnte sich das Wasser seinen Weg in die Keller. Es galt in der Folge, sämtliche überschwemmten Objekte im Zuge der Aufräumarbeiten "leerzubekommen", so Urschler.

In Gefahr war auch das Krankenhaus der Stadt Krems, schilderte Urschler die "hektischen Phasen am Anfang" des Hochwassers. Das Spital sei von den Einsatzkräften aber "erfolgreich verteidigt" worden, so Urschler. Es kam dort zu keinen Überschwemmungen. Auch Menschen waren nicht in Gefahr.

Im Kremser Stadtteil Mitterau war gegen 19 Uhr Zivilschutzalarm ausgelöst worden. Den Bewohnern wurde via Radio und Lautsprecher geraten, Keller abzudichten und Fahrzeuge in Sicherheit zu bringen. Landesweit standen in Niederösterreich mehr als 1.000 Feuerwehrleute im Unwetter-Einsatz. Die Österreichische Hagelversicherung bezifferte die Schäden in der Landwirtschaft mit vier Millionen Euro. Betroffen waren die Bezirke Hollabrunn, Horn, Krems, Schwechat, Wiener Neustadt und Zwettl. Mehr als 6.000 Hektar landwirtschaftliche Flächen seien großteils vernichtet worden.

Verkehrsstaus in Wien
Auch in Wien kam es zu Behinderungen durch ein Unwetter. Vor allem im Verkehr staute es sich teilweise kräftig. Die Unterführung beim Gürtel/Matzleinsdorferplatz musste wegen Überflutung genauso gesperrt werden wie die auf der A23 beim Altmannsdorfer Ast. Am Ring, dem Gürtel, der Nordbrücke, der Wienzeile, der Altmannsdorfer Straße, der A23 zwischen Prater und Inzersdorf sowie der A 22 beim Kaisermühlen-Tunnel kam man nur sehr langsam voran.

Auch die Wiener Linien und die ÖBB meldeten Probleme. Ein Baum, der vom Sturm umgeweht wurde, fiel in eine Fahrleitung im Bereich des Südbahnhofes. Dadurch sei ein Kurzschluss entstanden und der gesamte Südbahnhof für etwa 30 bis 40 Minuten ohne Strom gewesen, sagte Sprecher Thomas Berger. Auf der Südbahnstrecke zwischen Meidling und Liesing war eine Unterführung geflutet, die Gleisanlage vorübergehend gesperrt.

(apa/red)

24.6.2008 21:54