Bürgermeister Häupls Erfahrungen mit Müll
sind gefragt: Soll zur Beratung nach Neapel
- Müllverbrennungsanlage Spittelau gilt als ein Vorbild
- Wien wegen fortschrittlichem Recyclingystem bekannt

Auf der Suche nach einer Lösung für die akute Müllkrise im Großraum Neapel blickt die Bürgermeisterin der süditalienischen Großstadt, Rosa Russo Jervolino, nach Wien. Sie will ihren Amtskollegen Michael Häupl zu einem Vortrag über die positiven Erfahrungen Müllverbrennungsanlage Spittelau nach Neapel einladen.
Russo Jervolino möchte die Bevölkerung davon überzeugen, dass eine Müllverbrennungsanlage mitten in der Stadt keine Gefahr für die öffentliche Gesundheit darstellt. "Die Wiener Müllverbrennungsanlage befindet sich unweit eines Krankenhauses und der Universität", sagte die Bürgermeisterin. Sie kündigte den Bau einer Müllverbrennungsanlage in Agnano an, auf einem Gelände im westlichen Teil Neapels, auf dem sich früher eine Basis der US-Marine befand.
Auch eine Delegation der neapolitanischen Lokalverwaltung und Umweltexperten wollen Kontakte zu den Wiener Kommunalbehörden aufnehmen, um sich in Sachen Müllentsorgung beraten zu lassen. Die Donaumetropole sei wegen ihrer fortgeschrittenen Recycling- und Entsorgungssysteme beispielhaft, hieß es in Neapel.
Italo-Müll in Deutschland entsorgt
Neapel kämpft bereits seit mehr als einem Jahrzehnt immer wieder mit dem Müll, der in den vergangenen Wochen erneut nicht entsorgt werden konnte, weil entsprechend Anlagen fehlen. Bisher wurden die Abfälle zur Verarbeitung vor allem nach Deutschland geschickt - eine teure Angelegenheit, die den Staat 250 Euro pro Tonne Müll kostet. Die Müllkrise ist entstanden, weil mehrere Deponien im Raum von Neapel voll sind und wegen der Proteste der Bürger keine neuen eröffnet werden konnten. (APA/red)
