Dienstag, 24. Juni 2008

Scharfe Kontrollen nach Pflegeskandal: Dame bis auf "die Knochen wund gelegen"

  • Drei Betten auf insgesamt zwölf Quadratmetern
  • 48-jährige Frau betrieb Heim für 15 Pflegebedürftige

Nach dem aufgeflogenen Skandal um ein illegales Pflegeheim in Südkärnten haben die Behörden umgehend andere "auffällig gewordene" Betreiber privater Pflegeheime überprüft. Gefunden wurde jedoch nichts. Die Debatte, wie das seit 2005 behördlich geschlossene Heim so lange illegal weiter betrieben werden konnte, ging aber auch weiter.

Die Betreiberin hatte nach der verordneten Schließung weiter pflegebedürftige Menschen betreut, offiziell fungierten diese als "Mieter". Versuche der Sozialabteilung, das Haus zu kontrollieren, scheiterten, die Besitzerin ließ sie schlicht nicht hinein. Ein Durchsuchungsbefehl wurde nicht genehmigt, da kein konkreter Tatverdacht vorlag. Dies änderte sich erst, als eine 92-jährige Frau im LKH Wolfsberg starb, die schwerst wundgelegen aus diesem Heim ins Spital eingeliefert worden war.

Andrea Meisslitzer von der Kärntner Landesregierung meinte, sie würde sich wünschen, dass man auch gegen den Willen der Hauseigentümer Kontrollen durchführen könnte, "was wahrscheinlich vom Strafrecht her nicht möglich ist". Derzeit seien Kontrollen gegen den Willen der Hausbesitzer nicht durchführbar.

Wie der ORF Kärnten meldete, ist der langjährige Hausarzt der Betreiberin und ihrer "Mieter" seit einem halben Jahr in Krankenstand. Der derzeitige Hausarzt weigerte sich, öffentlich zu der Causa Stellung zu nehmen.

(apa/red)

24.6.2008 13:08