Serbe feuerte auf Polizisten: Prozess wegen Mordversuch in Korneuburg gestartet
- Beamte blieben bei gefährlichem Einsatz unverletzt
- 32-Jähriger bekannte sich vor Gericht nicht schuldig
Versuchter Mord an zwei Polizisten wurde einem Serben vorgeworfen, der sich vor Geschworenen am Landesgericht Korneuburg verantworten musste. Laut Anklage hatte der 32-Jährige am 14. September 2007 zwei Schüsse auf die Beamten abgegeben, als diese ihn in Gaweinstal einer Ausweiskontrolle unterziehen wollten.
Der Mann habe in seine Umhängetasche gegriffen, die Waffe gezogen und sofort gefeuert, führte die Staatsanwältin aus. Einem Polizisten gelang es, die waffenführende Hand des Verdächtigen wegzudrücken. Trotz heftiger Gegenwehr wurde der Mann schließlich überwältigt und festgenommen.
Der serbische Staatsbürger bekannte sich eingangs nicht schuldig im Sinne der Anklage. Er habe die Beamten lediglich einschüchtern bzw. in Schach halten wollen, um selbst flüchten zu können, so sein Anwalt, da die Schüsse in einem Winkel von 150 Grad, also fast in entgegengesetzter Richtung der unmittelbar vor dem 32-Jährigen stehenden Beamten, ins Leere gingen.
Bei der Waffe, mit der der in Serbien und Österreich Vorbestrafte gefeuert hatte, handelte es sich um eine Pistole, die er im Sommer 2007 von einem rumänischen Bekannten in Wien erworben hatte. Sie war im Jänner 2007 bei einem Wohnhauseinbruch in Niederösterreich gestohlen worden.
Der Beschuldigte war von 1991 an mehrere Jahre als Soldat im Jugoslawienkrieg eingesetzt und dann in seiner Heimat drei Jahre als Polizist einer Einheit zur Terrorbekämpfung tätig. 2003 kam er nach Österreich - laut Richter Manfred Hohenecker, um einer mehrjährigen Haftstrafe in Serbien zu entgehen. Als er in Gaweinstal gestellt wurde, hatte er diverses Einbruchswerkzeug bei sich.
(apa/red)
