Montag, 16. Juni 2008

Tabak soll Arzneien gegen Krebs liefern: Bestimmte Eiweiße helfen Tumore zu heilen

  • Individuelle Arznei für jeden Patienten hergestellt
  • Forscher zielen auf Stärkung des Immunsystems ab

Ausgerechnet mit Hilfe von Tabakpflanzen wollen Wissenschafter Medikamente gegen Krebs entwickeln. Ziel der Forscher ist die Herstellung bestimmter Eiweiße, die im Kampf gegen Tumore helfen sollen. Erster Kandidat für die klinische Entwicklung eines in Pflanzen hergestellten Proteins wird ein patientenspezifischer Antikörper-Impfstoff zur Behandlung des Non-Hodgkin-Lymphoms (NHL) sein, wie der Pharmariese Bayer zum Start einer Pilotanlage in Halle mitteilte.

Die in der Anlage gewonnenen Proteine sollen die Anforderungen für den Einsatz in klinischen Studien erfüllen. NHL ist eine bösartige Krebserkrankung der Lymphozyten, die Blutbestandteile sind. Die Behandlung mit den biotechnologisch gewonnenen Wirkstoffen soll das Immunsystem des Patienten aktivieren. Ziel ist, die bösartigen Krebszellen durch die körpereigenen Abwehrkräfte zu zerstören. Das neue Verfahren ist darauf ausgerichtet, für jeden Patienten individuelle Medikamente herzustellen.

Laut Bayer können Tabakpflanzen mit der neuen Methode große Mengen an Wirkstoffen für Medikamente produzieren. Erste klinische Tests sollen im kommenden Jahr beginnen.

(apa/red)

16.6.2008 14:53