EU sagt Stromfresser "Stand-by" Kampf an:
Kommission plant strengere Grenzwerte
- Künftig weniger als ein Watt für Geräte in Bereitschaft
- Massive Einsparungen erhofft, Industrie stimmt zu
·Österreich steht auf Stand-by und blecht...
Zweiter Negativ-Platz unter 19 EU-Ländern

Viele Elektrogeräte wie Computer oder Fernseher verbrauchen viel Strom, auch wenn sie per Fernbedienung ausgeschaltet wurden. Elektrogeräte sollen in Europa im Stand-by-Modus künftig bis zu 73 Prozent weniger Strom verbrauchen als bislang. Einem Vorschlag der Europäischen Kommission für entsprechende Obergrenzen stimmten die Vertreter der EU-Mitgliedsstaaten zu, wie die Kommission in Brüssel mitteilte.
Fernseher, Mikrowellen und Computer sollten im Bereitschaftsbetrieb bis 2010 nur noch ein bis zwei Watt pro Stunde verbrauchen dürfen, bis 2020 dann nur noch 0,5 bis ein Watt. Die neue Regelung soll für alle im Jahr 2020 voraussichtlich 4,6 Milliarden Haushalts- und Bürogeräte gelten. Die derzeit noch 3,7 Milliarden Geräte in der EU verbrauchen allein im Bereitschaftsbetrieb pro Jahr 50 Terawatt Strom - das entspricht dem jährlichen Gesamtverbrauch von Dänemark.
Durch die vorgesehene Begrenzung des Stand-by-Verbrauchs würde der Ausstoß an Kohlenstoffdioxid (CO2) um 14 Millionen Tonnen verringert werden. Die Mehrkosten für die Entwicklung der neuen stromsparenderen Geräte würden laut EU-Kommission vermutlich zunächst auf die Verbraucher umgeschlagen. Doch sie würden anschließend über ihre Stromrechnung deutlich mehr Geld sparen. Das Gesetzesvorhaben wird nun an das Europäische Parlament weitergereicht werden. Es könnte bis Ende des Jahres endgültig verabschiedet sein.
BUND: "Vielversprechender erster Schritt"
Dies sei ein "vielversprechender erster Schritt", sagte Christian Noll vom deutschen Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) der Zeitung. "Der BUND fordert seit langem gesetzliche Regelungen für Stand-by- und Schein-aus-Verluste. Wenn diese Regelung kommt, könnte so europaweit auf sieben Kohlekraftwerke verzichtet werden." Der BUND erwarte, dass die Vorgaben so schnell wie möglich greifen.
(apa/red)

