Donnerstag, 19. Juni 2008

Russen-Saga. Besuch der reichen Dame

  • Der Style der neuen Königin von Kitz

Die russische Multi-millionärin Jelena Baturina hat sich in Tirol verliebt: Der Style der neuen Königin von Kitz.

Wenn Geld keine Rolle spielt, reduziert sich das Streben nach Glück auf das Wesentliche. „Because I like“, beantwortet Russlands Zement-Zarin Jelena Baturina die Frage, weshalb sie am vergangenen Freitag der Stadt Kitzbühel ein Privatkonzert von Stevie Wonder spendierte: „Ich mag seine Musik eben.“ Die Multimil­liardärin, verheiratet mit dem mächtigen Moskauer Bürgermeister Juri Luschkow, gilt im Geschäftsleben als eiserne Lady – im Kitzbühler Tennisstadion möchte man sie einfach nur fest umarmen. Die Oligarchin, nicht in Pelz, bloß in Daunen gehüllt, verhält sich beim von ihr gesponserten Musikfestival „JazzaNova“ konträr zu allen Klischees des neuen russischen Reichtums. Mit feuchten Augen schunkelt sie zu „Isn’t She Lovely“, herzt ihren Mann und drückt ihre beiden Teenager-Töchter, während sich ihre Gäs­te am Alfons-Schuhbeck-Catering laben. Später wird sie sich in „ih­rem“ Golfclub (ab Frühjahr 2009 sollen der Golfclub Eichenheim und das da­zugehörige Fünf-Sterne-Hotel „Grand Tirolia“ in Aurach den Luxus multiplizieren) noch feiern lassen. Bei Wodka, Kaviar und Schampus, ganz, wie es sich gehört und trotzdem ohne grell zu wirken.

Die Dame weiß eben, was sie will. Und sie will vor allem eins: Kitzbühel und Umgebung. Warum? Because she likes. „Als ich vor Jahren zum ­ersten Mal in Kitzbühel war, habe ich mich in diesen Ort verliebt, sagt Baturina, dem Moskauer Wirtschaftsmagazin „Finans“ zufolge mit sieben Milliarden Dollar die reichste Frau Russlands, zu NEWS: „Es ist ein magischer Ort mit warmherzigen Menschen. Einfach gemütlich. Man hat uns mit offenen Armen aufgenommen, ich fühle mich wie zuhause. Und: Ich möchte einfach auch etwas zurückgeben.“

Charme-Offensive. Das Stevie- Wonder-Konzert (die 4.000 Tickets bezahlte Baturina und verschenkte sie ans Volk) wird nicht das letzte Highlight sein, welches die neue Königin von Kitz aus dem Hut zaubert: Weitere Musik-, Kultur- und Sportveranstaltungen sind in Planung, immerhin gilt es, den russisch-österreichischen Austausch nicht enden zu lassen. Ab und zu denkt man aber auch groß – und international: „Sting“ und die „Gipsy Kings“ wurden für Privatkonzerte bereits im vergangenen Winter eingeflogen, in dieser Größenordnung soll es weitergehen: Die Tiroler Eventagentur „Rass & Dorner“, von Baturina und Luschkow für ihre Diskretion und Professionalität hoch geschätzt, arbeitet mit Hochdruck an ­weiteren Projekten.

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19.6.2008 13:36