Fussballkonzerte vor Schloss Schönbrunn - Gipfeltreffen der Klassik-Stars zum EM-Finale

Website von Schloss Schönbrunn
Placido Domingo, Anna Netrebko & Rolando Villazon
Freitag, 27. Juni 20.00 Uhr in Wien im Schloss Schönbrunn, Ehrenhof
Gipfeltreffen der Klassik-Stars zum EM-Finale in Wien: Plácido Domingo, Anna Netrebko und Rolando Villazón
Gemeinsam geben die drei Weltstars am 27. Juni 2008 - zwei Tage vor dem EM-Finale - ein einmaliges Gala-Konzert der Superlative vor dem Schloss Schönbrunn in Wien. Die jungen Superstars der Klassik, Anna Netrebko und Rolando Villazón treffen auf einen der größten Opernkünstler aller Zeiten: Plácido Domingo. Begleitet werden die Künstler vom Radio Symphonie Orchester Wien unter der Leitung von Bertrand de Billy.
Das Programm für dieses Gipfeltreffen der Stars gestaltet sich wie folgt
(Änderungen vorbehalten):
Part I
Orchestra
Solo aria: Placido Domingo
Musetta's Waltz La Boheme: Anna Netrebko
Solo aria: Rolando Villazon
Cherry Duet L'amico Fritz: Anna Netrebko & Placido Domingo Orchestra
Solo aria: Rolando Villazon
Solo aria: Placido Domingo
Ebben ne andro lontana La wally: Anna Netrebko
Dio, che nell'alma Don Carlo: Rolando Villazon & Placido Domingo
Part II
Orchestra
Im Chambre Separee Der Opernball: Anna Netrebko & Rolando Villazon
Solo aria: Placido Domingo
Meine Lippen sie kuessen so heiss Giuditta: Anna Netrebko
Dein ist mein ganzes Herz: Rolando Villazon
Orchestra
Lippen schweigen Die lustige Witwe: Anna Netrebko & Placido Domingo
Solo aria: Rolando Villazon
Il bacio Arditi: Anna Netrebko
Solo aria: Placido Domingo
Duett: Anna Netrebko & Rolando Villazon or Rolando Villazon & Placio Domingo
Wien, Wien nur du allein: Anna Netrebko, Rolando Villazon & Placido Domingo
Placido Domingo ist mehr als nur ein Sänger, er ist gleichermaßen erfolgreicher Dirigent und Intendant. In den 45 Jahren seiner bisherigen Karriere hat er bereits 122 verschiedene Rollen gesungen einzigartig in der Geschichte der Musik! Sein Repertoire reicht von Mozart bis Verdi, von Berlioz bis Puccini, von Wagner bis Ginastera. Er ist Gast an allen wichtigen Opernhäusern der Welt und hat über 100 Plattenaufnahmen ge macht.
Placido Domingo ist Gewinner von elf Grammys, hat über 50 Videos und drei Kinofilme gedreht. Die Übertragung von Tosca an den Live-Schauplätzen in Rom wurde von mehr als 1 Milliarde Menschen in 117 Ländern auf der ganzen Welt live verfolgt. Der Künstler dirigiert zudem an allen wichtigen Häusern der Welt, darunter die Metropolitan Opera, die Royal Opera Covent Garden in London und die Wiener Staatsoper. Er ist Intendant der Washing ton National Opera und der Los Angeles Opera.
Große Triumphe feierte auch das Traumpaar Anna Netrebko und Rolando Villazon. Nicht nur bei ihren vielumjubelten gemeinsamen Konzerten, sondern auch 2005 bei den Salzburger Festspielen, wo die beiden in einer La Traviata - Inszenierung für ein weltweites Medienecho sorgten. In der Folge eroberte das Violetta-Album der beiden auf Anhieb in die Top 20 der Pop-Charts und erreichte innerhalb von nur vier Wochen Gold-Status nie gekannte Rekorde in der Opernwelt.
Im Herbst 2006 brachte Anna Netrebko The Russian Album, im Frühjahr 2007 Duets mit Rolando Villazon, beides Chartstürmer par excellence. Den Start seiner internationalen Karriere feierte Rolando Villazon 1999 mit seinem gefeierten Europa-Debüt in Genua als Des Grieux in Massenets Manon, gefolgt von erfolgreichen Auftritten an einigen der großen Opernhäuser der Welt wie u.a. der Opéra Bastille Paris, der Bayerischen Staatsoper, der Deutschen Oper Berlin, der Hamburgischen Staatsoper, dem Teatro dell Opera di Roma, der New Yorker Met sowie der Los Angeles Opera, gefeiert in Partien wie Rodolfo in Puccinis La Bohème, Alfredo in Verdis La Traviata, Roméo in Gounods Roméo et Juliette, Nemorino in Donizettis LElisir damore und Edgardo in Donizettis Lucia di Lammermoor.
Biografie von Plácido Domingo:
Offizielle Website von Placido Domingo
Der spanische Tenor Plácido Domingo ist eine der großen Persönlichkeiten des internationalen Musiklebens. Er sang bislang 119 Rollen und nahm über 100 Tonträger auf, davon allein 97 Opern in voller Länge. Er wurde mit neun Grammies ausgezeichnet, wirkte außerdem als Dirigent, Regisseur und engagiert sich sowohl im internationalen Kampf gegen Krankheiten wie Aids als auch für den Aufbau junger Talente. So ist er einer der unangefochtenen Stars der klassischen Szene und noch immer ein Impulsgeber für zahlreiche neue Projekte.
Ein Künstler, der sein Leben der Musik gewidmet hat, die er möglichst vielen Menschen nahe bringen will und die noch immer der Ursprung seiner Kraft ist: "Ich bin davon überzeugt, dass ich meine Energie direkt aus der Musik beziehe - je mehr ich singe, desto lieber tue ich es; ich kann mich bei meiner Arbeit gar nicht langweilen. Ich gehe davon aus, dass ich noch ein paar Jahre vor mir habe, und hoffe, dass ich immer noch etwas für die Menschen tun kann, die Musik lieben".
Plácido Domingo wurde am 21. Januar 1941 in Madrid als Sohn einer Zarzuela-Sängerin geboren. Von Kindesbeinen an ist er mit Musik konfrontiert und findet auf diese natürliche Weise zu seiner künstlerischen Berufung. Im Jahr 1949 zieht seine Familie nach Mexico City. Am dortigen Konservatorium beginnt Domingo auch mit der Ausbildung und studiert Klavier, Gesang und Dirigieren. Sei Bühnendebüt gibt er 1957 in Mexico City in einer spanischen Zarzuela, allerdings zunächst als Bariton. Da ihm die Lage ein wenig tief erscheint, wechselt er bald darauf zum Tenor und lässt sich unter anderem von Igor Markevitch weiter ausbilden. So findet sein eigentliches Bühnendebüt als Tenor erst 1960 in Monterey als Alfredo in Verdis "La Traviata" statt.
Als Arturo nach Dallas und ein Engagement an der Oper von Tel Aviv
Das allerdings gestaltet er derart eindrucksvoll, dass er bald darauf nach Dallas als Arturo in Donizettis "Lucia di Lammermoore" und Partner der großen Joan Sutherland eingeladen wird. Der nächste wichtige Karriereschritt folgt im Jahr 1962, als ihn ein Engagement an die Oper von Tel Aviv holt, wo er während der folgenden zweieinhalb Jahre rund 300 Vorstellungen in 12 verschiedenen Rollen gibt. Es spricht sich herum, dass Domingo zu den vielseitigsten Tenören seiner Generation gehört und so wundert es wenig, dass auch die exklusiven Einladungen bald folgen. Im Jahr 1966 etwa wirkt er in der Titelpartie bei der Uraufführung des "Don Rodrigo" von Ginastera mit, die als Eröffnungsvorstellung die New York City Opera im neuen Haus im Lincoln Center vorstellte. Von da an geht es zügig voran. Domingos Met-Debüt als Maurizio in Cileas "Adriana Lecouvreur" folgt 1968, allerdings mit Hilfe des Zufalls, weil er zunächst für den erkrankten Franco Corelli einspringt.
Von diesem Tag an gehört er zu den Publikumslieblingen des Hauses und singt während der folgenden drei Jahrzehnte allein 17 Saison-Eröffnung-Vorstellungen an der Met, genau soviel wie einst Enrico Caruso. Domingo bleibt aber nicht nur in New York, sondern wird von Opern in aller Welt eingeladen. Seinem Debüt an der Hamburger Staatsoper 1968 folgt der Einstand an der Scala ("Ernani", Verdi, 1969), das Covent Garden Debüt in London als Cavaradossi in Puccinis "Tosca" 1971, die Premieren in Paris mit "Il Trovatore" 1973 und bei den Salzburger Festspielen in Verdis "Don Carlos" 1975. Sein Repertoire wächst beständig, anno 1984 singt Domingo erstmals auch Wagner im "Lohengrin" an der Met. Gelegentlich tritt er außerdem als Dirigent in Erscheinung, erstmals 1973 mit Verdis "Attila" am Teatro del Liceo in Barcelona.
Außerdem ist er auch in wichtigen Uraufführungen wie 1986 mit der Titelrolle von Gian Carlo Menotti "Goya" in Washington zu erleben. Im folgenden Jahre singt Domingo zum 100jährigen Jubiläum der Uraufführung von Verdis "Otello" die Titelpartie an der Mailänder Scala, mit der er in den kommenden Spielzeiten an zahlreiche weitere Opernhäuser eingeladen wird. Anno 1990 bricht dann ein neues Kapitel in seiner Biographie an, als er erstmals zusammen mit José Carreras und Luiciano Pavarotti unter dem Signum der "Drei Tenöre" bei der Fußballweltmeisterschaft in den Caracalla-Thermen in Rom auftritt.
Immer mehr Aufträge, immer mehr Fans
Das Konzept entwickelt sich zum Massenphänomen, die Menschen strömen auch zu ähnlichen Konzerten bei der Olympiade von Barcelona oder der Weltausstellung in Sevilla. Die frühen neunziger Jahre sind außerdem Domingos Wagner-Jahre. Er singt den Parsifal an der Met und an der Mailänder Scala, gibt 1992 mit derselben Rolle sein Bayreuth-Debüt und tritt außerdem als Siegmund in der "Walküre" an der Wiener Staatsoper auf. Darüber hinaus fungiert er als künstlerischen Leiter der Expo in Sevilla. Immer mehr Bühnen wollen an seiner Erfahrung teilhaben und so wird er in der Saison 1996/1997 zum Artistic Director der Washington Opera ernannt, eine Funktion, die er dann 2002/1 auch für die Los Angeles Opera ausübt und die schrittweise in die Generaldirektion der beiden Häuser übergeht.
Domingo engagiert sich für den Nachwuchs macht sich für den Gesangwettbewerb "Operalia" stark, der bislang in Paris, Mexiko City, Madrid, Bordeaux, Tokio, Hamburg, Puerto Rico, Los Angeles und Washington stattgefunden hat, und initiiert 2002 das Projekt "Young Artists Program of the America" der Washington Opera. Für seine Verdienste wurde er mit zahlreichen Preisen und Ehrungen ausgezeichnete unter anderem dem Gran Cruz de la Orden del Mérito Civil in Spanien und dem englischen Knight Commander of the British Empire.
Anna Netrebko:
Offizielle Website von Anna Netrebko
Biografie von Anna Netrebko:
Plötzlich war sie da, Anna Netrebko, die russische Sopranistin mit der Jahrhundertstimme und der Karriere wie aus dem Märchenbuch der Operngeschichte. Die Frau, die als Studentin im Mariinsky-Theater den Boden putzte, nur um möglichst nah an den Proben zu sein. Die von Valery Gergiev entdeckt wurde, von ihm 1995 als gerade 23jährige für die Titelrolle von Glinkas "Ruslan und Ludmilla" verpflichtet und durch die Gastspiele an der San Francisco Opera 1995 über Nacht der Opern-Szene bekannt wurde. Und die spätestens seit dem Jahr 2002, als sie sowohl an der Met wie auch in Salzburg mit Bravour debütierte, die Herzen der internationalen Klassikfreunde erobert.
Anna Netrebko kam am 18. September 1971 im südrussischen Krasnodar zur Welt. Als Kind sang sie gerne und so gut, dass sie zur Gesangsausbildung nach St Petersburg unter anderem zu Tamara Novichenko geschickt wurde. Netrebko war nicht nur begabt, sondern hatte auch das Gespür für die richtigen Gelegenheiten, die man sich als Noname ohne große Beziehungen schaffen musste. Wenn sie nicht studierte und übte, schrubbte sie die Dielen des Marientheaters und kam auf diese unkonventionelle Weise mit der großen Welt der Opern in Kontakt. "Wir Russen", meinte sie später zu ihrem ungewöhnlichen Karriereweg in einem Interview, "brauchen immer ein wenig Stress in unserem Leben, etwas, das uns betrifft oder herausfordert.
Wenn alles gut ist und wir vollkommen glücklich erscheinen, dann werden wir skeptisch und zweifeln daran": 1993 jedenfalls gewann sie den Glinka-Gesangswettbewerb in Moskau, wirkte bei einer Vorstellung im Bolschoi-Theater mit und hatte nun auch ein paar Referenzen zu bieten, die ihr einen Termin zum Vorsingen bei Valery Gergiev ermöglichten. Der wiederum erkannte sofort das Potential der natürlichen und energischen Stimme der jungen Frau und engagierte Netrebko für sein Mariinsky- Ensemble.
Es dauerte nicht lange, da wurde dem Maestro klar, dass er einen potentiellen Star entdeckt hatte. Er ermöglichte der Sopranistin 1994 ihr Debüt auf der berühmten Petersburger Bühne als Susanna in "Le Nozze di Figaro".
Von da an ging es steil bergauf mit dem Erfolg
Erste kleine Tourneen folgten, 1995 das Diplom am Konservatorium, kurz darauf die USA-Premiere als Ludmilla aus Glinkas "Ruslan und Ludmilla" an der San Francisco Opera. Die Presse war begeistert, seitdem ging es stetig bergauf. Covent Garden, die Met, die Scala luden sie ein. Schließlich gelang es ihr 2002 in Salzburg, unter Harnoncourts Leitung als Donna Anna im "Don Giovanni" die Fachwelt zu begeistern. Am 2.April 2003 debütierte sie an der Wiener Staatsoper als Violetta in Verdis "La Traviata", im folgenden Juli auch an der Bayerischen Staatsoper in der gleichen Rolle während der Münchner Opernfestspiele. Die Wiederaufnahme des "Don Giovanni" unter Harnoncourt bei den Salzburger Festspielen wurde ebenfalls ein großartiger Erfolg.
A Star was born und die Begeisterung ergriff nicht nur die normalen Zuhörer, sondern auch die Kritik. Als Netrebko zum Beispiel im Januar 2004 als Violetta in München gastierte, konnte man stellvertretend für viele Meinungen in der Tageszeitung lesen: "Hier arbeitet eine ernsthaft und begnadete Künstlerin. Mit einer glockenrein schönen Stimme, die punktgenau Gefühle transportiert und in den Höhen lerchengleich geradewegs in den Himmel aufzusteigen scheint. Und, was in der Oper immer ein Fall von besonderer Begnadetheit ist, eine Vollblut-Schauspielerin".
Überhaupt war das Jahr 2004 voller Ereignisse. Im Januar und Februar gab Netrebko vier Vorstellungen in "La Traviata" an der Bayerischen Staatsoper unter der Leitung von Zubin Metha.
Anschließend gastierte sie in Wien als Donna Anna, im April als Musetta ("La Bohème") beim Festival in Matsumoto in Japan, im Juni ebenfalls als Musetta an der Oper von San Francisco, im August bei den Salzburger Festspielen mit einer konzertanten Aufführung von Prokofieffs "Krieg und Frieden" und als Giulietta ins Bellinis "I Capuletti ed i Montecchi". Am 28. August feierte sie ihren Berlin-Einstand auf der Waldbühne, bald darauf glänzte sie mit einem Auftritt bei den Londoner "Proms" und vor Weihnachten in der Fernsehshow "Wetten dass...". Außerdem wurde sie als "Sängerin des Jahres" mit dem Klassik Echo ausgezeichnet.
Netrebkos Stärken Anmut und Natürlichkeit
Netrebko wagt Neues, wie etwa ihre Zusammenarbeit mit der Modemarke Escada, die sie mit der passenden Kleindung ausstattet. Sie dreht Videos mit Popregisseuren wie Vincent Paterson, der ihr für die DVD "The Woman - The Voice" einen ungewohnt designten optischen Rahmen gab. Ihr erstes Solo-Album mit "Opera Arias" landet in Deutschland in den Pophitparaden ("Best Of The Year", Opera News 2003). Das im August 2004 erschienene Opern-Recital "Sempre Libera" ist ebenso erfolgreich.
Gemeinsam mit dem Mahler-Kammerorchester unter der Leitung von Claudio Abbado singt sie Arien der Violetta aus "La Traviata", der Amina aus "La Somnambula", der Lucia aus "Lucia di Lammermoor" oder auch der Desdemona aus "Othello".Netrebkos Sopran schafft die Verbindung von Leichtigkeit und Fluss mit Deutlichkeit und Ernst. Sie kann wunderbar klar über den Dingen schweben, sich aber genauso lasziv in den unteren Lagen tummeln. Nichts wirkt gestellt, im Gegenteil: Netrekbos Partien sprudeln nur so vor Natürlichkeit. Und das liegt an der Sorgfalt, mit der sie die Rollen auswählt und an der stimmlichen Reinheit, lyrisch-dramatischer Ausgestaltung und Ausstrahlung, mit der sie die Partien interpretiert.
Im Jahr 2005 ist Anna Netrebko unter anderem in "L'Elisir d'Amore" an der Wiener Staatsoper und "La Traviata" bei den Salzburger Festspielen zu erleben. Im Juni bekam sie im Moskauer Kreml von Präsident Wladimir Putin den russischen Staatspreis überreicht, eine der höchsten Auszeichnungen, die das Land vergeben kann.
Rolando Villazon:
Offizielle Website von Rolando Villazon
Biografie von Rolando Villazon:
Rolando Villazón wurde 1972 in Mexico City geboren. 1983 trat er in die Espacios Akademie der Darstellenden Künste ein, wo er Musik, Schauspiel, modernen Tanz und Ballett studierte. 1990 begeg nete er dem Bariton Arturo Nieto, der ihn als Gesanglehrer in die Welt der Oper einführte. Zwei Jahre später besuchte er das nationale Musikkonservatorium. Sein Gesangsstudium setzte er bei Enrique Jaso fort. Nachdem er zwei nationale Wettbewerbe gewonnen hatte, wurde er Schüler des Baritons Gabriel Mijares. Im Rahmen des angesehenen »Merola Opera Program« an der San Francisco Opera absolvierte er 1998 Meisterkurse bei Joan Sutherland und sang im selben Jahr Alfredo in Verdis La Traviata. Rolando Villazón ist seither international zu einem der bedeutendsten lyrischen Tenöre der Gegenwart avanciert und erobert mit seiner Kunst die großen Opern bühnen der Welt.
1999 - Gewinnt den Publikums-Preis, den Zarzuela-Preis und den zweiten Hauptpreis bei Plácido Domingos Operalia-Wett bewerb. Europadebüt in Genua mit Massenets des Grieux in Manon
2000 - Debüts u. a. in Rom und an der Bayerischen Staatsoper (Rodolfo), der Berliner Staatsoper (Macduff), am Teatro Verdi in Triest und an der Pariser Opéra Bastille (Alfredo)
2001 - Debüt an der New York City Opera als Rodolfo (landesweit im Fernsehen übertragen)
2002 - Engagements u. a. in Gounods Faust an der Opéra Bastille
2003 - Singt Rodolfo in Glyndebourne, Alfredo an der Berliner und an der Bayerischen Staats oper und bei seinem Debüt an der New Yorker Met sowie Faust (Gounod) an der Bayerischen Staats oper. Wird ausgezeich net bei den Victoires de la musique in der Kategorie »Ausländische Entdeckung des Jahres«
2004 - Debüt an Covent Garden als Offenbachs Hoffmann; Debüt an der San Francisco Opera als Alfredo; Don José in Carmen an der Berliner Staatsoper (unter Barenboim); Villazóns erste Soloaufnahme mit Opernarien von Donizetti, Verdi, Cilea, Puccini und Mascagni wird allgemein von der Kritik ge rühmt, erhält den Diapason d'or 2004 sowie den Echo-Preis 2004 in der Sparte »Arien und Duette« und wird von Opera News und der New York Times mit dem Prädikat »Best of the Year« ausgezeichnet
2005 - Singt bei den Salzburger Festspielen Alfredo als Partner von Anna Netrebko in einer Neuproduktion von La Traviata. Die im Herbst veröffentlichte Live-Aufnahme erhält höchstes Lob der Kritik und gewinnt 2006 den Echo-Preis in der Kategorie »Bestseller des Jahres«, zweimal Platin und eine Grammy-Nominierung. Andere Engage ments u. a. als Gounods Roméo in Los Angeles (mit Anna Netrebko als Juliette), Rodolfo (La Bohème) an der Pariser Opéra, Herzog (Rigoletto) an Covent Garden. Villazón wird 2005 bei der Echo-Preisverleihung als »Sänger des Jahres« ausgezeichnet. Unterzei chnet einen Exklusiv vertrag mit Deutsche Grammophon, der im Juni 2006 beginnt
2006 - Der vielbeschäftigte Sänger tritt als Roméo (mit Anna Netrebko als Juliette) an der Wiener Staatsoper auf, als Herzog und Rodolfo an der Met und als des Grieux in Massenets Manon in Los Angeles (mit Anna Netrebko, unter Leitung von Plácido Domingo). Debüt als Werther in Nizza und sein erster Lensky (Eugen Onegin) an Covent Garden. Kon zerte mit Anna Netrebko am Barbican und in Wien mit Arien und Duetten (darunter einige aus dem neuen Duett-Album, das 2007 erscheint). Ein besonderer Höhepunkt des Jahres ist das Waldbühnen-Konzert in Berlin (mit Anna Netrebko und Plácido Domingo), weltweite Fernsehüber tragung und als Mitschnitt auf DVD bei Deutsche Grammo phon erschienen; weitere Veröffentlichungen des Jahres: die überaus erfolgreiche Salzburger Produktion von La Traviata auf DVD
2007 - Auftritte in Les Contes d'Hoffmann an der Pariser Opéra Bastille, La Bohème an der Wiener Staatsoper, Manon in Berlin und Barcelona. Konzertante Aufführungen von La Bohème in München werden von Deutsche Grammophon mitgeschnitten; sie sollen 2008 erscheinen. Die Highlights aus dieser Aufnahme werden als Soundtrack für einen Kino- bzw. Fernsehfilm dienen und bei Deutsche Grammophon voraussichtlich 2008 veröffentlicht werden. Konzerte und Recitals in Europa; Konzerte mit Anna Netrebko am Théâtre des Champs-Élysées, im New Yorker Lincoln Center und im Sommer auf Deutschland-Tournee. Das Duett-Album mit Anna Netrebko und der Staatskapelle Dresden unter Leitung von Nicola Luisotti erscheint im Frühjahr
2008 - Massenets Werther und Manon sowie La Bohème an der Wiener Staatsoper, Eugen Onegin und Verdis Requiem in Berlin, Don Carlo und Les Contes d'Hoffmann am Covent Garden. Bei den Salzburger Festspielen tritt er in Gounods Roméo et Juliette auf. Geplant sind Konzerte und Recitals in Barcelona, Madrid, Paris, Amsterdam und Kopenhagen. Sein erstes Solo-Album für Deutsche Grammophon, eine Auswahl italienischer Opernarien unter dem Titel Cielo e mar, wird im Frühjahr veröffentlicht
Elina Garanca
Weltstar der Oper
Montag, 23. Juni 2008 um 20.30 Uhr
In der Wiener Stadthalle
Webseite von der Stadhalle Wien
So viele Weltstars wie selten werden am 23. Juni an einem Abend gemeinsam auf einer Bühne stehen: Elina Garanca - das Stimmwunder aus Riga, Edita Gruberova - die Primadonna assoluta, Ramon Vargas - mexikanischer Welttenor, Carlos Alvarez - stimmgewaltiger Bariton, der großartige Bass Paata Burchuladze, der charismatische Tenor Miro Dvorsky und der älteste und berühmteste Knabenchor der Welt, die Wiener Sängerknaben.
Begleitet werden die Künstler vom Großen Orchester der Nationaloper Bratislava unter der Leitung von Karel Chichon.
Offizielle Webseite von Elina Garanca
Biographie von Elina Garanca:
Elīna Garančas Programm bringt die Fülle und die Legato-Qualitäten einer Stimme zur Geltung, in der sich Flexibilität und mühelose Koloraturen zunehmend mit dramatischem Ausdruck paaren. Es gibt hier Eckpfeiler des Mezzo-Repertoires wie Charlottes herzzerreißende Briefszene aus Massenets Werther, die bravourösen Koloraturen von Aschenbrödels großer Arie aus Rossinis La Cenerentola und die schillernden Klänge des Terzetts und Duetts aus dem dritten Akt von Strauss Rosenkavalier. Aber es gibt auch Kostproben der geistreichen Operette (Offenbachs La Grande-Duchesse de Gérolstein) sowie einen Ausflug ins Sopranfach mit Villa-Lobos bezauberndem Bachianas brasileiras Nr. 5. »Ich habe ein Programm gewählt, das die Entwicklung meiner Stimme zeigt und einige meiner jetzigen oder künftigen Opernrollen herausstellt«, erklärt Elīna Garanča. »Ich denke auch an das internationale Publikum und singe daher italienische, französische, deutsche und spanische Stücke. Alle Zuhörer sollen sich von dieser CD angesprochen fühlen.«
Elīna Garanča wurde 1976 in Riga als Kind einer musikalischen Familie geboren. Zunächst wollte sie dem Vorbild einer ganz anderen Art von Diva nacheifern: »Ich sang zu Schallplatten von Mariah Carey und Whitney Houston und wollte zum Musical. Aber das war einfach nicht möglich. Damals brach gerade die Sowjetunion zusammen ich hätte in Estland oder Finnland studieren müssen, aber meine Mutter wollte nicht, dass ich schon so jung ins Ausland gehe. Nach Beendigung der Schule dachte ich also: Gut, dann werde ich eben Opernsängerin.« An die Stelle von Whitney und Mariah trat Joan Sutherland. »Mit 17 legte ich Sutherlands Platte mit Casta diva auf und sang bei geöffneten Fenstern lautstark mit, bis die Nachbarn schrien, ich solle endlich aufhören!«
Noch während ihres Studiums hatte sie 1998 ein entscheidendes Erlebnis: Nach nur zehn Tagen Vorbereitungszeit sang sie die Rolle der Giovanna Seymour in Anna Bolena und entdeckte eine tiefe Affinität zum Belcanto-Repertoire.
Elina Garanča über ihre Rollen
»Es war eine griechisch-rumänische Koproduktion in Wien, wo ich gerade an einem Wettbewerb teilnahm. Ich erhielt einen Anruf, dass Agnes Baltsa krank sei und Vesselina Kasarova kürzlich ein Baby bekommen habe ob ich einspringen könne? Im Nachhinein erscheint das absolut verrückt, zumal ich noch nie auf einer professionellen Bühne gestanden hatte. Aber so begann es tatsächlich, und diese erste Rolle hat mich geprägt. Der Belcanto ist so ungeheuer schön.«
Überraschenderweise findet Elīna Garanča, dass diese Kunst des »schönen Gesangs« am besten im Repertoire des iberischen Sprachraums zur Geltung kommt aber gibt es denn ein Gesangsstück mit einem geschmeidigeren Legato als Villa-Lobos berühmtes Bachianas brasileiras Nr. 5 für Sopran und acht Cellos, das hier in einem üppigen Arrangement für volles Streichorchester erklingt?
Mit dem Madrigal über ein volkstümliches Thema stattet die Sängerin auch Xavier Montsalvatges Heimat Katalonien einen Besuch ab, die reizende Zarzuela-Nummer »Carceleras« aus Las hijas del Zebedeo dagegen ist spanisch. »Ich freue mich besonders, dass auch spanisches Repertoire dabei ist«, sagt Elīna Garanča. »Schon als Kind habe ich Spanien geliebt die Sprache, die Musik, die Rhythmen.«
Ein Querschnitt durch das Belcanto-Repertoire der Mezzosoprane wäre sicher unvollständig ohne Rossinis La Cenerentola. »Die Rolle der Angelina der Cenerentola verkörpere ich so gern, weil ihr Charakter sich wirklich vom Anfang der Oper bis zum Ende weiterentwickelt. Sie kann unterwürfig und traurig sein, aber auch zornig und lebhaft, und sie kann sich behaupten.
Ich liebe ihre Schlussszene Nacqui allaffanno, in der sie von so vielen Gefühlen erfüllt ist Stolz, Verzeihen, Freude.«
Elīna Garanča wächst rasch ins dramatische Mezzofach mit Partien wie Carmen, Eboli und Charlotte. »Charlotte ist eine der wenigen dramatischen Rollen, die im Moment für mich in Frage kommen, und auch das nur selten, denn ich bin tatsächlich nach einer Aufführung von Werther viel erschöpfter als beispielsweise nach Così fan tutte. Aber Charlottes Vielschichtigkeit gefällt mir. Für mich ist Charlotte nicht einfach ein folgsames Mädchen, das auf Wunsch ihrer Familie Albert heiratet. Sie spielt mit Werthers Gefühlen, wenn sie sagt: Ich kann dich nicht lieben, aber komm Weihnachten zurück und besuche mich. In meinen Augen manipuliert sie bewusst oder unbewusst. Je komplexer ich diese Figur gestalten kann, desto überzeugender wirkt sie für das Publikum.
«
Hosenrollen sind eine weitere Domäne Elīna Garančas etwa der geheimnisvolle, androgyne Nicklausse in Les Contes dHoffmann oder Strauss leidenschaftlicher, feuriger Octavian, mit dem sie Triumphe gefeiert hat, insbesondere 2006 in der hoch gelobten Produktion der Wiener Staatsoper. In der ergreifend schönen Musik am Schluss des dritten Akts, die von verlorener und gefundener Liebe handeln, waren hier Diana Damrau und Adrianne Pieczonka ihre Partnerinnen. Sie verkörperten Sophie bzw. die Marschallin bereits in Wien und München und ernteten den Beifall der Kritik. Aber wie schafft es eine schöne, feminine Sängerin, sich für die Opernbühne in einen jungen Mann mit Männerkleidung und einem männlichen Charakter zu verwandeln?
»Als ich mit meinen ersten Hosenrollen begann, setzte ich mich manchmal in den Park oder neben den Fußballplatz oder Freitagabend in eine Bar und beobachtete die Männer wie sie sprechen und sich bewegen, ihre Art zu sitzen oder zu stehen und zu gestikulieren.
Mein Mann findet diese Angewohnheit etwas entnervend dass ich dauernd die Menschen beobachte und ihre typischen Verhaltensweisen studiere. Aber ich bringe all diese Beobachtungen in die Darstellung der jeweiligen Rolle ein, ob sie heiter oder tragisch ist und mir ist es egal, ob die Leute mit mir oder über mich lachen! Das gehört alles dazu, wenn man lebensnahes Theater schaffen will. Für mich gehören Gesang und Darstellung zusammen. Auf der Opernbühne kann das eine nicht ohne das andere existieren.«
Eine schöne und wandlungsfähige Sängerin
Von Elīna Garanča hieß es einmal, sie verfüge über »ein schwebendes, zum Sterben schönes hohes Pianissimo« hat es sie nie gereizt, als Primadonna die großen Sopranrollen zu verkörpern? »Vor ein paar Jahren stand ich vor dieser Entscheidung. Und vielleicht möchte ich eines Tages Tosca, Fiordiligi oder Vitellia singen; aber dem Wesen nach fühle ich mich glücklicher als Mezzosopran. Es hat auch viel mit dem Ego zu tun.
Man muss wissen, dass man als Mezzo wenn die Oper nicht gerade Carmen oder La Cenerentola heißt in jeder Aufführung höchstens die Nummer Drei ist, denn zuerst kommen immer der Sopran und der Tenor. Wenn eine Sängerin sehr um ihren Rang besorgt ist, wird sie vielleicht daran arbeiten, ins Sopranfach zu wechseln, wenn ihr diese Möglichkeit offen steht. Aber das reizt mich nicht. Rollen wie Gilda oder Lucia passen einfach nicht zu meinem Charakter. Sie sind Opfer, und ich habe keine Lust, Abend für Abend am Schluss der Oper einen tragischen Tod zu sterben.
Ich bin lieber die Mörderin!«
Wer also meint, der Mezzosopran sei das Aschenputtel der Stimmen und nur dazu da, im Dunkel den Boden zu fegen, während der Sopran den Beifall entgegennimmt, sollte auf Elīna Garanča Acht geben. Wie Rossinis Cenerentola triumphiert am Schluss auch diese schöne, wandlungsfähige Sängerin.
Online-Tickets:
Wiener Stadthalle
Ö-Ticket
Viennaclassic
Quellen: oeticket.at, klassikakzente.at, stadthalle.com, elinagaranca.com
