Freitag, 20. Juni 2008

Langes Warten auf das BAWAG-Urteil:
Lucona-Prozess dauerte nur halb so lange

  • Dauer: Geschätzte 117 zu 56 Verhandlungstage
  • Nur der deutsche Falk-Betrugsprozess dauerte länger

Der BAWAG-Prozess um in Folge von Karibik-Spekulationen "versenkte" Milliarden hat den Lucona-Prozess um ein versenktes Schiff bereits um Längen geschlagen - zumindest, was die Prozessdauer betrifft: Nach 56 Verhandlungstagen wurde am 11. März 1991 Udo Proksch zu 20 Jahren Haft verurteilt.

Damals wurde der Ex-Besitzer der Konditorei Demel wegen sechsfachen Mordes und Mordversuchs, vorsätzlicher Gefährdung durch Sprengmittel und versuchten schweren Betrugs schuldig gesprochen.

Der BAWAG-Prozess hat bisher 111 Verhandlungstage gedauert. Gemäß bisherigem Plan ist das Urteil für den 117. Tag vorgesehen. In dem Verfahren wegen Untreue, Bilanzfälschung und schwerem Betrug sitzen neun Angeklagte auf der Anklagebank.

Noch länger dauerte ein deutscher Betrugsprozess: Nach fast dreieinhalb Jahren und 157 Verhandlungstagen wurde der frühere Internetunternehmer und Börsestar Alexander Falk am 9. Mai 2008 - nicht rechtskräftig - zu vier Jahren Haft verurteilt. Die "Financial Times Deutschland" bezeichnete den die Verhandlung führenden Richter Nikolaus Berger als "Richter Gründlich". (apa/red)

20.6.2008 14:11