Freitag, 20. Juni 2008

Jederzeit Sicherheit fürs Geld: Flexible Anlageformen zur Absicherung des Kapitals

  • Kapital oft nur am Ende der Laufzeit abgesichert
  • Neue Konstruktionen schützen auf täglicher Basis

Stellen Sie sich vor, Ihr Geld liegt sicher verwahrt im Safe. Allerdings öffnet sich das Schloss erst wieder in fünf, ja vielleicht sogar erst in 20 oder 30 Jahren. So ähnlich geht es vielen Besitzern von Fonds, Zertifikaten oder Lebensversicherungen mit Kapitalgarantie. In der Regel gilt die Garantie nur ganz zum Schluss. Wer vorher aussteigt, verliert nicht nur die Garantie, sondern muss oft noch zusätzliche Abschläge in Kauf nehmen.

Das ist gerade bei den traditionell lang laufenden Versicherungen ein Problem. Erfahrungsgemäß endet jede zweite Polizze mit dem vorzeitigen Storno - und alle Kosten für die Garantie sind wirkungslos verpufft.

Täglich geltende Garantien
Die Versicherungen haben das Problem erkannt und bieten neue, flexiblere Möglichkeiten der Kapitalabsicherung, bei denen der Ausstieg monatlich, ja zum Teil sogar täglich möglich ist. Der größte Vorteil: Man kann so sein Vermögen nur zeitweise beziehungsweise teilweise in Sicherheit bringen - sei es, um drohende Börsenkrisen auszusitzen, sei es, um erst am Ende der Laufzeit das erreichte Vermögen zu schützen. Natürlich ist auch ein temporäres Sicherheitsnetz nicht gratis zu haben - zumindest verzichtet man durch eine konservativere Veranlagung auf potenzielle Renditen. Aber es ist allemal besser, nur kurzfristig Chancen zu vergeben als während der gesamten Laufzeit.

Ein Beispiel für solche neuartigen Absicherungskonzepte sind die Flex-Profit-Fonds der DWS, die zum Beispiel in den Fondspolizzen der Zürich oder der Skandia zur Wahl stehen. Es gibt die Fonds in mehreren Varianten namens 80, 85 oder 90. Beim FlexProfit 80 gilt zum Beispiel eine Garantie, dass dem Kunden 80 Prozent eines jemals während der Laufzeit erzielten Höchststandes garantiert werden. Skandia-Vorstand Hermann Schrögenauer: "Das ist vor allem für Kunden interessant, die einen Lebensversicherungs-Einmalerlag abgeschlossen haben und das Depot absichern wollen."

Natürlich hat das Absichern mit solchen Teilgarantiefonds Konsequenzen: Erstens wird der Aktienanteil im Fonds je nach Marktlage auf ein Niveau begrenzt, dass die Höchststandsgarantie nicht in Gefahr gerät - und der Aktienanteil ist umso geringer, je höher das Schutzniveau ist. Außerdem sind im Beispiel der FlexProfit 80 Verluste bis zur Höhe von 20 Prozent möglich, es gibt also keinen vollständigen Schutz der Prämien.

Gegen echte Katastrophen schützen
Allerdings ist das durchaus zu verschmerzen. Gehen 20 Prozent des Kapitals verloren, reicht anschließend ein Wiederanstieg von 25 Prozent aus, um wieder den Ausgangspunkt zu erreichen. In der Praxis ist das oft schon in ein bis zwei Jahren der Fall. Viel schlimmer ist es, wenn der Kurswert auf 50 Prozent sinkt, was mit Aktienfonds ohne Kapitalschutz durchaus möglich ist. Dann muss sich das Kapital schon verdoppeln, bis wieder die Nulllinie erreicht ist. Und wenn, wie es nach dem Platzen der Internetblase mit Technologieaktien und -fonds vorgekommen ist, sogar 90 Prozent verloren wurden, muss man anschließend das verbleibende Kapital verzehnfachen, um wieder zum Ausgangspunkt zu kommen. Das kann Jahrzehnte dauern - und damit oft länger als die Laufzeit der Polizze. Fazit: Man sollte sich vor allem gegen echte Katastrophen am Kapitalmarkt schützen, aber nicht unbedingt gegen leichte Börsenkorrekturen.

Die komplette Geschichte finden Sie im FORMAT Nr. 25/08!

20.6.2008 13:47