Saudi-Arabien lädt zum Krisengipfel: OPEC- Staaten lehnen Produktionssteigerung ab
- Gemeinsam Schuldigen des hohen Ölpreises finden
- Saudi-Arabien bestätigt seine erhöhten Fördermengen

·Schwarzes Gold ab 2011 bereits knapp?
Öl kann mit Nachfrage bald nicht mehr mithalten
Saudi-Arabien hat alle zum Krisengipfel nach Jeddah eingeladen, die im internationalen Ölgeschäft die Strippen ziehen: Staatschefs, Minister, Konzernvorstände und Investmentbanker. Gemeinsam will man die Schuldigen für den scheinbar unaufhaltsamen Anstieg des Ölpreises auf dem Weltmarkt finden und möglichst auch noch Wege aus der Krise aufzeigen.
Doch schon vor dem Gipfel steht für die arabischen Öl-Experten fest: Weitere Produktionssteigerungen, wie sie neulich von Saudi-Arabien angekündigt worden waren, sind nicht zu erwarten. Nach Einschätzung arabischer Öl-Experten wird es bei dem Treffen vor allem darum gehen, beschwichtigende Reden zu halten, um die Spekulationsblase vielleicht doch noch zum Platzen zu bringen.
Zwar spült der Preisanstieg nicht nur erfolgreichen Spekulanten sondern auch den Konzernen und Export-Nationen viel Geld in die Kassen. Doch Saudi-Arabien und auch andere OPEC-Staaten können sich an dem Petrodollarsegen, den ihnen der Anstieg auf zeitweise fast 140 US-Dollar pro Barrel beschert, nicht wirklich erfreuen.
Dollar-Schwäche trifft Golfstaaten
Schließlich führen die aus dem Preisanstieg resultierenden höheren Kosten für andere energieintensive Wirtschaftssektoren zusammen mit dem schwachen US-Dollar auch in ihren Ländern zu einer Inflation, die für sozialen Sprengstoff sorgt. Die Dollar-Schwäche trifft die Golfstaaten gleich zweifach, denn erstens wird ihnen Öl in Dollar bezahlt und zweitens sind ihre eigenen Währungen an den Dollar gekoppelt.
Saudi-Arabien bestätigt Ausweitung seiner Fördermenge
Kurz vor Beginn des internationalen Ölpreis-Treffens in Saudi-Arabien hat der Golfstaat die Ausweitung seiner Fördermenge bestätigt. Saudi-Arabien werde künftig 200.000 Barrel Öl mehr pro Tag (bpd) fördern als bisher, hieß es aus der saudi-arabischen Botschaft in London.
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte dieses Signal an die Öl verbrauchenden Länder angekündigt. Die Fördermenge des OPEC-Staates steigt damit von derzeit 9,45 Millionen Barrel pro Tag auf 9,75 Millionen Barrel. Viele Öl verbrauchende Länder hatten sich angesichts der Rekordpreise für Rohöl für größere Fördermengen eingesetzt.
Die Ölpreis-Konferenz findet am Sonntag im saudi-arabischen Jeddah statt. Eingeladen sind Vertreter ölfördernder und -verbrauchender Staaten sowie der Ölkonzerne. Deutschland wird von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) vertreten. Der Internationale Währungsfonds (IWF) lobte die Konferenz als Beginn eines "ernsthaften politischen Dialogs". (APA/red)

