UEFA versucht Regelbruch zu vertuschen:
Holland-Russland müsste wiederholt werden
- Referee Lubos Michel nimmt Gelb-Rote-Karte zurück
- Stellt in diesem Fall einen Bruch der FIFA-Regeln dar

Nach dem Viertelfinalspiel Niederlande gegen Russland gab es heftige Diskussionen um die von Schiedsrichter Lubos Michel zurückgenommene Gelb-Rote Karte für Kolodin. Laut FIFA-Spielregeln war diese Entscheidung falsch und stellt einen Regelbruch dar. Somit müsste es zu einer Wiederholung der Partie kommen, was die UEFA vermutlich wegen Imageschaden und Termin-Problematik verhindern möchte.
Daher gab es vom Europäischen Fußball-Verband folgende seltsame Erklärung, die versucht die Fans in die Irre zu führen:
Die Schiedsrichter-Kommission der Europäischen Fußball-Union (UEFA) hat für Aufklärung im umstrittenen Fall der zurückgenommen Gelb-Roten Karte gegen den Russen Kolodin im EM-Viertelfinaltreffen mit den Niederlanden gesorgt. Nach einem Gespräch mit dem slowakischen Referee hieß es dazu: "Lubos Michel nahm seine Entscheidung deshalb zurück, weil er nach Rücksprache mit seinem Assistenten zur Meinung kam, dass das Foul von Kolodin an Sneijder nicht gelb-würdig gewesen war."
Damit wurde klargestellt, dass nicht die Frage, ob der Ball im Spiel oder nicht war, sondern ein angebliches Vergehen der wahre Grund für allgemeine Aufregung gewesen war. Der russische Innenverteidiger hatte bei seinem Klärungsversuch den offensiven Oranje - wie die TV-Zeitlupe bewies - nicht berührt und schon gar nicht gefoult. Worum es in dem Gespräch zwischen Michel und seinem Assistenten auf dem Feld wirklich gegangen war, hatte keiner mitbekommen."
Etwas faul im Staate Dänemark
Die Experten von news.at sind mit dieser Version nicht einverstanden. Daher sagen wir Ihnen, warum die UEFA-Klarstellung nicht fundiert ist, was der Assistent wirklich angezeigt hatte und was die richtige Entscheidung des Schiedsrichters gewesen wäre:
Punkt 1: Lubos Michel befand sich maximal 10 Meter weit weg vom Tatort des angeblichen Vergehens von Kolodin. Demnach gab es überhaupt keinen Anlass zu einem 40-Meter-Sprint, um sich mit dem Assistenten, der eine schlechtere Sicht hatte, zu beraten! Das ist weder logisch noch wird es so gehandhabt.
Punkt 2: Die Fernsehbilder beweisen, dass der Schiedsrichter-Assistent die Fahne vor dem angeblichen Vergehen von Kolodin an Sneijder gehoben hatte, das heißt es kann sich nur um ein anderes Zeichen des Assistenten gehandelt haben, in diesem Fall, dass der Ball das Spielfeld vor dem Duell Kolodin-Sneijder verlassen hatte. Leider wurde dieses Zeichen von Schiedsrichter Michel zunächst nicht wahrgenommen. Er entschied auf Foulspiel, verwarnte Kolodin und, da es die zweite Gelbe war, schickte ihn vom Platz!
Punkt 3: Auf Zuruf seines Assistenten läuft Lubos Michel in dessen Richtung, diskutiert kurz mit diesem, deutet danach mit dem linken Arm in Richtung der Toroutlinie und nickt mit dem Kopf. Übersetzt kann das nur bedeuten: Aha, der Ball war schon im Aus, das heißt, es kann kein Foulspiel mehr geben. Daher revidiere ich meine Entscheidung und setze das Spiel mit Abstoß fort. Das ist richtig, allerdings gelten persönliche Strafen unabhängig davon, ob der Ball im Spiel ist, oder nicht. Lubos Michel hätte also die Gelbe Karte (und die dadurch entstandene Gelb-Rote-Karte) NICHT zurücknehmen dürfen. Kolodin hätte vom Spiel ausgeschlossen werden müssen! Achtung: Es geht nicht darum ob Kolodin Sneijder auch getroffen hatte (obwohl schon die Absicht strafbar ist!) und die Karte berechtigt war (wäre), sondern, dass der Schiedsrichter die persönliche Strafe nicht rückgängig machen durfte, nur weil ihm der Assistent angezeigt hatte, der Ball habe vor dem angeblichen Vergehen das Spielfeld verlassen. Michel hätte die Karte dann annullieren dürfen, wenn ihm der Assistent angezeigt hätte, dass es kein Foul von Kolodin war, was die UEFA auch behauptet. Allerdings hätte es in diesem Fall eine andere Spielfortsetzung geben müssen!
Punkt 4: Das sagt die UEFA: "Lubos Michel nahm seine Entscheidung deshalb zurück, weil er nach Rücksprache mit seinem Assistenten zur Meinung kam, dass das Foul von Kolodin an Sneijder nicht gelb-würdig gewesen war." Aha, es war also kein gelb-würdiges Foul! Aber niemand sagt, dass es kein Foul war. Warum war dann die Spielfortsetzung Abstoß für Russland und nicht Freistoß für Holland?
Punkt 5: Spielfortsetzung war also Abstoß! Das beweist wieder, dass der Schiedsrichter im Endeffekt auf das Zeichen des Linienrichters reagierte und entschied, dass der Ball das Spielfeld vor dem angeblichen Vergehen von Kolodin verlassen hatte. Wäre es um die Diskussion Foul oder nicht Foul gegangen, und der Assistent hätte ihm es war kein Foul angezeigt, hätte Lubos Michel das Spiel mit einem Schiedsrichter-Ball an jener Stelle fortsetzen müssen, wo sich der Ball während des angeblichen Vergehens befand (wo Kolodin angeblich gefoult hatte), was nicht der Fall gewesen ist.
Spiel-Wiederholung notwendig!
Somit ist ein Regelbruch eingetreten. Die Niederländer könnten Protest einlegen und hätten gute Chancen eine Wiederholung des Spiels zu erzwingen. Das würde der UEFA vermutlich wegen des Imageschadens, der dadurch entstehen würde, und der Termin-Problematik, die eine Wiederholung mit sich bringen würde, nicht gut ins EURO-Konzept passen.
Sicherlich, eine Entscheidung am grünen Tisch ist nicht das, was man vom Sport erwartet, allerdings darf sich die UEFA auch nicht erlauben, die Fußball-Fans mit Fantasiegeschichten für dumm zu verkaufen, nur um einen eklatanten Fehler zu vertuschen!
Ich möchte klarstellen, dass diese Analyse keinen Angriff auf die Schiedsrichter darstellt. Die Unparteiischen erledigen einen extrem anstrengenden Job, stehen immer in der Kritik und sind oft zu Unrecht!!! - die Buhmänner. Trotz allem dürfen wir eines nicht vergessen: Die Regeln sind für alle gleich!
Herr Lubos Michel ist einer der besten Schiedsrichter der Welt und benötigt keine peinliche Deckung seitens der UEFA, nur um eine Fehlentscheidung zu verheimlichen. Der Europäische Fußball-Verband verliert dadurch an Glaubwürdigkeit, was wirklich traurig ist, denn so ein Fall stellt den Grundsatz Fair Play in Frage!
(Norbert Hochmal, Schiedsrichter im Wiener Fußball-Verband)










