Zusammenhalt ist größte Stärke Italiens: Cannavaro glaubt an 1:0-Sieg gegen Iberer
- Cannavaro: "Kenne Kaderspieler Spaniens sehr gut"
- Barzagli fällt mit Knieverletzung für Rest der EM aus

Der am Knöchel verletzte italienische Kapitän Fabio Cannavaro stimmt seine Teamkollegen mit wertvollem Insider-Wissen auf den Viertelfinal-Schlager gegen Spanien ein. Der Real-Madrid-Legionär zeigte sich im Rahmen des Trainings der "Squadra" in der Südstadt optimistisch.
"Prinzipiell stehen die Chancen in so einem Spiel immer 50:50. Aber ich glaube, dass wir dank unseres Teamgeistes 1:0 gewinnen. Vielleicht hat Spanien mehr individuelle Klasse, aber unser größtes Plus ist der Zusammenhalt der Gruppe. Und diese Waffe wird entscheidend sein", erklärte Cannavaro, der trotz seiner erlittenen Bänderrisse im linken Knöchel zur moralischen Unterstützung im Teamcamp verblieben ist.
Jener Zusammenhalt soll also entscheiden, der die Italiener 2006 schon zum WM-Triumph und nun 2008 trotz des kapitalen Fehlstarts gegen die Niederlande (0:3) noch ins Viertelfinale gebracht hat. "Wenn Italien konzentriert zur Sache geht, dann können wir jedes Team schlagen", meinte Cannavaro, der über die Spanier bestens Bescheid weiß.
"Ich kenne die Kaderspieler Spaniens sehr gut. Diese Partie wird sehr schwierig und hart. Die Spanier spielen gerne auf Konter, die Torjäger Torres und Villa sind natürlich hervorzustreichen. Wenn Spanien in Ballbesitz ist, dann wird es gefährlich, wir dürfen ihnen so wenig Raum wie möglich geben", weiß der 34-Jährige, der seinem spanischen Real-Madrid-Tormann Iker Casillas ein SMS bezüglich des anstehenden Viertelfinales geschrieben hat. "Geantwortet hat er mir aber bis jetzt nicht."
Gute Stimmung innerhalb des Teams
Die Stimmung innerhalb der "Squadra" sei laut Cannavaro nach dem 2:0 gegen Frankreich natürlich blendend. "Aber es gab auch davor keinerlei Probleme", widersprach der Weltfußballer 2006 italienischen Medienberichten, wonach es im Kader der Italiener ordentlich gekriselt haben soll.
Mit der Innenverteidigerpaarung Christian Panucci/Giorgio Chiellini ist Cannavaro hoch zufrieden, beim 0:3-Debakel zum Auftakt gegen die Niederländer hatte ja das Duo Andrea Barzagli/Marco Materazzi nicht gut ausgesehen. "Aber da war die gesamte Mannschaft schlecht. Jetzt hat sich das Team gefunden."
Cannavaro, der nach dem WM-Titel 2006 von Juventus Turin zu den "Königlichen" gewechselt war, bezeichnete Spanien mittlerweile als "meine zweite Heimat". "Ich fühle mich fast wie daheim. Madrid ist eine wundervolle Stadt. Und das Leben ist sehr ähnlich wie in Italien. Aber das schönste Land ist und bleibt natürlich Italien."
Nicht nur Cannavaro verfügt im Lager Italiens über beste Kenntnisse der spanischen Truppe. Gianluca Zambrotta hat zwei Saisonen für den FC Barcelona gespielt, kehrt aber jetzt nach Italien zum AC Milan zurück. Ersatz-Goalie Morgan De Sanctis steht beim FC Sevilla unter Vertrag. Und Christian Panucci sowie Antonio Cassano haben bereits beim nunmehrigen Cannavaro-Club Real Madrid gespielt.
Barzagli verletzt sich im Training - EM-Aus
Die italienische Nationalmannschaft musste den nächsten Defensiv-Ausfall hinnehmen. Verteidiger Andrea Barzagli hat sich im Training in der Südstadt einen Riss des Innenmeniskus im linken Knie zugezogen.
Barzagli war von Teamchef Roberto Donadoni im Auftaktmatch gegen die Niederlande (0:3) 90 Minuten in der Innenverteidigung eingesetzt worden, danach hatte er gegen Rumänien (1:1) und Frankreich (2:0) auf der Ersatzbank Platz nehmen müssen. Am 12. Juni hatte US Palermo den Verkauf Barzaglis an den deutschen Bundesligisten VfL Wolfsburg bekanntgegeben.
Andrea Barzagli wird vom italienischen Teamarzt Andrea Ferretti und dem Kniespezialisten Christian Gäbler, dem Chief Medical Officer der EURO, in der Wiener Privatklinik am linken Knie operiert. Der 27-Jährige wird vier bis sechs Wochen ausfallen.
(apa/red)
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