20.6.2008 07:24

Kroaten werden aus Türken nicht schlau:
"Mannschaft ist wild und unberechenbar"

  • Olic: "Sie selbst wissen ja nicht, wie sie spielen"
  • Aber Türken "spielen mit viel Herz und Emotion"

Die Kroaten werden aus den Türken nicht schlau. "Je öfter ich sie sehe, desto weniger kenne und verstehe ich sie", brachte Sturmtank Ivica Olic die Meinung des kroatischen Fußball-Nationalteams auf den Punkt. "Sie selbst wissen ja nicht, wie sie spielen. Nur eines kann man sagen: Sie spielen mit viel Herz und Emotion", so Olic.

Die Türken "spielen nicht nach einer Schablone, haben gute Einzelspieler und können bestimmte Probleme verursachen". Sollte aber Kroatien im Viertelfinale im Wiener Ernst-Happel-Stadion eine ähnliche Leistung bringen wie beim Gruppenspiel gegen Deutschland (2:1), "dann kann uns die türkische Improvisation nicht aufhalten", zeigte sich Olic optimistisch.

Auch Trainer Slaven Bilic konnte mit seinen Betreuern nach vielen Video-Analysen nicht genau sagen, mit welchem System und welcher Taktik die Türkei spielt. Kroatien sei jedenfalls auf zwei Varianten der Türkei vorbereitet: "Auf eine offensive und eine arg offensive". "Sie können euphorisch nach vorne spielen und haben einige Extra-Könner, die in jedem Spiel den Unterschied ausmachen können", warnte Bilic, der jedoch betonend hinzufügte: "Wir sind besser!"

"Das alles wird ihnen nichts helfen"
Mittelfeldspieler Niko Kranjcar sieht in der Türkei einen "unangenehmen, hochmotivierten Gegner", der manchmal auf dem Feld etwas "ungeordnet" wirkt. "Jedenfalls kann man nicht dezidiert sagen, wie sie spielen", so Kranjcar. "Die Türken haben Qualität, sind stark, geben nie auf, sind unglaublich kämpferisch und spielen in manchen Momenten fanatisch", schilderte Ivan Rakitic seine Eindrücke. Doch: "Das alles wird ihnen nichts helfen. Sie verlieren zu 100 Prozent".

Kroatische Ex-Internationale und Medien sprechen einheitlich von einer "unberechenbaren und wilden" türkischen Mannschaft. Zwar herrscht in Kroatien großer Optimismus, dass mit einem Sieg gegen die Türkei erstmals der Einzug in ein EM-Semifinale erreicht wird, doch eine Tatsache wird nicht verschwiegen: Die "Vatreni" ("Feurigen"), wie das kroatische Team genannt wird, tun sich gegen gut organisierte und "berechenbare" Gegner viel leichter - selbst wenn der Gegner im Wembley-Stadion England (3:2-Sieg in der EM-Qualifikation) oder bei der Europameisterschaft Deutschland heißt.

(apa/red)

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20.6.2008 07:24
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