20.6.2008 13:59

Viel Selbstvertrauen im Lager der Kroaten: Spieler optimistisch vor Spiel gegen Türkei

  • Teamchef Bilic hat mit Verletzungssorgen zu kämpfen
  • "Türkei ist unangenehmer, hochmotivierter Gegner"

Kroatien geht gegen die Türkei "nicht euphorisch, aber mit sehr großem Selbstvertrauen" in das Viertelfinal-Spiel. "Ich bete zu Gott, dass wir gegen die Türkei gewinnen", sagte der kroatische Teamchef Slaven Bilic. Etwas Sorgen bereiten ihm Verletzungsprobleme seiner Spieler: Igor Budan und Darijo Knezevic fallen sicher aus, Ivan Rakitic und Darijo Srna sind weiter angeschlagen, dürften aber fit werden.

Bezüglich der Aufstellung für das Viertelfinale hält sich Bilic bedeckt. "Wir haben noch zwei Trainings. Ich werde die Aufstellung erst vor dem Spiel bekanntgeben - aus Respekt vor den Trainings und aus Respekt vor den Spielern, auch den Verletzten". Verteidiger Knezevic, der sich "in bestimmten Situationen eines Spiels als erste Option von der Bank" erwiesen habe, fällt für die weitere EM aus. "Ein schmerzlicher Verlust." Budan, der Kniebeschwerden hat, verließ das Teamcamp und reiste zur Arthroskopie nach Italien. Gegen Türkei fällt der Stürmer sicher aus. Zudem würden schon Überlegungen angestellt, ob ein Spieler nachnominiert werden sollte.

Auch die zum Stammgerüst gehörenden Ivan Rakitic und Darijo Srna sind weiter angeschlagen. "Wenn heute das Spiel wäre, könnten sie nicht spielen. Aber ich hoffe und glaube, dass sie fit werden." Es handle sich nicht um ernsthafte, aber um schmerzhafte Verletzungen. "Fix ist nur, dass die Fittesten spielen werden. Dazu ist das Spiel zu wichtig", betonte Bilic.

Keine Angst vor euphorischen Türken
Die Türkei spiele mit einigen Varianten in der Vierer-Abwehrkette und habe eine "improvisierte Organisation in der Offensive". "Sie können euphorisch nach vorne spielen und haben einige Extra-Könner, die in jedem Spiel den Unterschied ausmachen können." Angesichts der Zuversicht im türkischen Lager, sagte Bilic, dass sein Team "keine Angst" habe.

Auf der anderen Seite freue ihn die in Kroatien herrschende Euphorie. Aber, so Bilic: "Wir leben hier praktisch in einer geschlossenen, von der Außenwelt isolierten Welt und zu uns dringt nicht allzu viel durch". Dass einige seiner Spieler, allen voran Raktic, Pranjic und Kranjcar, das Interesse europäischer Spitzenclubs geweckt haben, sei "positiv". "Ich weiß nicht, ob sie viel mit ihren Managern reden oder schlecht schlafen. Aber wenn ich sie sehe, lachen sie und sind gut drauf."

Spieler zeigen sich selbstbewusst
Durchaus selbstbewusst, aber keineswegs euphorisch zeigen sich auch die kroatischen Spieler. Die Türkei sei ein "unangenehmer, hochmotivierter Gegner". Manchmal seien sie auf dem Feld "ungeordnet". Dies könne in bestimmten Situationen sogar positiv sein. "Aber man kann nicht dezidiert sagen, wie sie spielen." Wer denn Favorit sei? "Im Viertelfinale bei einer EM gibt es keine Favoriten mehr", sagte der kroatisch-österreichische Doppelstaatsbürger und fügte hinzu: "Wir sind gut und haben die Qualität, weiter zu kommen. Und dafür werden wir alles tun". Kroatien werde versuchen, der Aggressivität der Türken mit schnellem Kombinationsspiel zu entgegnen. Fragen zum Interesse europäischer Spitzenclubs, allen voran AS Roma, wollte er nicht beantworten. "Das ist sicher nicht der richtige Zeitpunkt."

Auch Vedran Corluka betont, dass es im Viertelfinale keine Favoriten mehr gebe. Die Türkei sei ein gutes Team. "Ansonsten wären sie auch nicht im Viertelfinale. Gegen die Schweiz und Tschechien haben sie Charakter bewiesen", sagte der Verteidiger. Aber, fügte er zugleich hinzu: "Wir müssen uns auf unser Spiel konzentrieren und denken nicht viel über sie nach. Wir glauben an uns und daran, dass wir das bessere Team sind." Ivica Olic erklärte, dass das Spiel gegen die Türkei "nicht leicht" sein werde. "Für beide Mannschaften geht es um sehr viel. Die Türkei hat gegen Tschechien das Spiel auf eine fast unglaublichen Art und Weise gedreht. Ich glaube aber an mein Team und daran, dass wir weiter kommen".


Mögliche Aufstellungen Kroatien - Türkei
Wien, Ernst-Happel-Stadion, Schiedsrichter Roberto Rosetti/ITA

Kroatien: 1 Stipe Pletikosa - 5 Vedran Corluka, 4 Robert Kovac, 3 Josip Simunic, 22 Danijel Pranjic - 11 Darijo Srna, 10 Niko Kovac, 14 Luka Modric, 7 Ivan Rakitic - 19 Niko Kranjcar - 18 Ivica Olic
Ersatz: 23 Vedran Runje, 12 Mari Galinovic - 2 Dario Simic, 16 Jerko Leko, 13 Nikola Pokrivac, 8 Ognjen Vukojevic, 17 Ivan Klasnic, 9 Nikola Kalinic, 21 Mladen Petric
Es fehlen: 15 Dario Knezevic (EM-Aus nach Knieverletztung, 20 Igor Budan (wahrscheinliches EM-Aus wegen Knieproblemen)
Fraglich: 6 Hrvoje Vejic (Fieber)

Türkei: 1 Rüstü Recber - 22 Hamit Altintop, 4 Gökhan Zan, 15 Emre Asik, 3 Hakan Balta - 20 Sabri Sarioglu, 6 Mehmet Topal, 17 Tuncay Sanli, 14 Arda Turan - 9 Semih Sentürk, 8 Nihat Kahveci
Ersatz: 12 Tolga Zengin - 16 Ugur Boral, 18 Kazim Kazim, 21 Mevlüt Erdinc, 10 Gökdeniz Karadeniz
Es fehlen: 13 Emre Güngör (Wadenverletzung), 11 Tümer Metin (Adduktorenprobleme), Servet Cetin (Knieverletzung)
Gesperrt: 23 Volkan Demirel (2 Spiele Rotsperre nach Ausschluss gegen Tschechien), 7 Mehmet Aurelio (Gelbsperre)
Fraglich: 5 Emre Belözoglu, 19 Ayhan Akman (alle angeschlagen)

(apa/red)

CASHPOINT - Wollen wir wetten?

Click!

20.6.2008 13:59
Seite bookmarken bei: ? Hilfe
zurück zur Startseite