"Sind tolles Team, es kann so weitergehen":
Ivanschitz & Stranzl sehen rosige Zukunft
- Trotz dem frühem Ausscheiden regiert Optimismus
- "Unterm Strich ist Elfmetertor bei EURO zu wenig"

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Nur ein Punkt in drei Gruppenspielen für Team
Österreichs Fußball-Teamkapitän Andreas Ivanschitz und sein Stellvertreter Martin Stranzl haben nach der 0:1-Niederlage im letzten EM-Gruppenspiel gegen Deutschland und dem Ausscheiden der ÖFB-Elf ein durchaus positives Resümee gezogen. Bei aller Enttäuschung stellten beide doch recht positive Zukunftsprognosen.
"Wir haben keine zwingenden Torchancen vorgefunden", brachte Ivanschitz die Problematik im Deutschland-Spiel auf den Punkt. "Wir haben vor allem in der zweiten Hälfte alles riskiert, viel Ballbesitz gehabt, aber die Deutschen waren wohl zu kompakt und zu gut. In den anderen Spielen haben wir Möglichkeiten gehabt, da fehlte aber die Ruhe und Abgeklärtheit. Unterm Strich ist ein Elfmetertor bei einer EURO zu wenig, deswegen sind wir auch ausgeschieden."
Aufstieg nicht erst gegen Deutschland verpasst
"Nach dem gestrigen Abend sind wir alle enttäuscht, dass wir es nicht geschafft haben", stellte der 24-Jährige klar. Den Aufstieg habe man aber nicht im Spiel gegen Deutschland verpasst. "Wir hätten gegen Kroatien einen Punkt holen müssen, haben durch ein Elfmetertor verloren. Im zweiten Spiel gegen Polen waren wir die klar bessere Mannschaft, hätten 2:0 führen müssen, dann wäre die Partie entschieden gewesen. Dann hätten wir vier Punkte gehabt und ein Unentschieden gegen die Deutschen hätte gereicht."
Man habe gezeigt, "dass wir mithalten können. Wir haben einiges erreicht, auch wenn das nicht so gut klingen mag. Wir haben viel dazugelernt, Turniererfahrung gesammelt und eine wahnsinnige Euphorie im Rücken gehabt, die ich so noch nie gespürt habe", schwärmte der Burgenländer. "Es war eine tolle Erfahrung. Wir haben bewiesen, dass wir zurecht beim Turnier dabei waren und haben auch eine gute Rolle gespielt."
Stranzl: "Irrsinnig gute Erfahrung"
Auch Verteidiger Martin Stranzl, neben Ivanschitz Sprachrohr der Mannschaft, wollte eine "irrsinnig gute Erfahrung" gemacht haben. Auch wenn es nicht mit dem Viertelfinaleinzug geklappt habe, so ortete er in der Mannschaft doch "sehr viel Potenzial und Qualität. Wenn wir einen Schritt weiter machen, dann sehe ich gute Chancen, dass wir uns für die WM qualifizieren. Weil doch einige Spieler eine sehr gute EM gespielt und sich sehr gut weiterentwickelt haben."
Ivanschitz und Stranzl sprechen sich für "Hicke" aus
Sowohl Ivanschitz als auch Stranzl sprachen sich wie schon direkt nach dem Spiel für einen Verbleib von Teamchef Josef Hickersberger aus. "Es war eine unglaublich gute, positive Beziehung", beschrieb Ivanschitz das Verhältnis zwischen Spielern und Trainer. "Im Namen der Mannschaft wäre es super, wenn er weitermachen würde. Er ist ein Mensch mit viel Erfahrung, der enorm wichtig für diese junge Mannschaft war. In schweren Phasen ist er nicht aus der Ruhe gekommen, hat immer sehr sachlich analysiert und uns Stabilität gegeben. Dass wir uns gut präsentiert haben, ist sicher zum größten Teil sein Verdienst."
Stranzl lobte Hickersbergers Geradlinigkeit: "Er hat sich nie verändert, ist seinen Weg gegangen und ruhiggeblieben. Er hat das der Mannschaft auch gezeigt, jeder hatte sein Vertrauen. Deshalb wäre es sehr wichtig, wenn er bleiben würde und wir den Weg weitergehen können."
Über Scharner-Comeback wird Teamchef entscheiden
Dass Paul Scharner nicht im EURO-Kader stand, sei kein Wunsch des Spielerrats, sondern die Entscheidung von Hickersberger gewesen, betonte Stranzl, der sich dazu nicht weiter äußern wollte: "Wie es weitergeht, wird der Teamchef entscheiden."
Die Mannschaft, die nach der nächtlichen Ankunft in Stegersbach im Teamquartier noch zusammensaß, das Turnier Revue passieren ließ und auf den 28. Geburtstag von Stranzl ("Es war eine tolle Stimmung") anstieß, nahm am Dienstag das letzte gemeinsame Mittagessen ein, machte sich erst danach individuell auf die Heimreise. "Das ist wichtig, wir sind ein tolles Team", betonte Ivanschitz. "Es hat Spaß gemacht, und so kann es ruhig weitergehen."
(apa/red)
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