16.6.2008 09:00

ÖFB-Präsident Stickler über Zeit nach EURO:
Weniger Betreuer, schnelle Teamchef-Suche

  • "Wir wollen das Ganze irgendwie aufrecht erhalten"
  • Teamchef-Frage soll kurz nach EURO gelöst sein

Friedrich Stickler ist in diesen Tagen ein vielbeschäftigter Mann. Im Interview spricht der Wiener unter anderem über den bisherigen Verlauf der EURO 2008 und über die Zukunft des ÖFB-Trainerstabs nach dem Heim-Turnier. Die Teamchef-Frage soll zwei bis drei Wochen nach der EM gelöst werden.

Frage: Wie ist die EURO 2008 bisher aus organisatorischer Sicht verlaufen?
Stickler: "Großartig. Wir bekommen viele Komplimente, unter anderem von Mitgliedern des UEFA-Exekutivkomitees oder von UEFA-Präsident Michel Platini. Es gibt de facto keine Probleme, alles läuft glatt. Das einzige, was wir beklagen, ist das Wetter, aber das soll ja demnächst auch besser werden. Die meisten Fanzonen sind bestens besucht. Was Public Viewing und die Organisation in und rund um die Stadien betrifft, muss man wirklich sagen, dass wir für eine EM eine neue Dimension erreicht haben."

Frage: Sind Sie überrascht, dass die österreichische
Nationalmannschaft bis zum letzten Gruppenspiel eine Chance auf die Viertelfinal-Teilnahme hatte?
Stickler: "Ich bin nicht überrascht, sondern ich freue mich darüber und muss der Mannschaft und dem Trainerteam Anerkennung zollen. Wir wissen, dass wir als krasser Außenseiter in die EURO gegangen sind und dass es viele Meinungen gegeben hat, wir hätten bei diesem Turnier nichts verloren. Diese Meinungen gibt es jetzt nicht mehr. Was unsere bisherigen Leistungen betrifft, habe ich viele Komplimente bekommen, unter anderem von Platini, Arsene Wenger oder Gerard Houllier."

Frage: Inwieweit hatte die massive Aufstockung des Trainerstabes Einfluss auf den Aufschwung des Nationalteams?
Stickler: "Ich bin überzeugt, dass all das, was wir in die Wege
geleitet haben, einen Beitrag dazu geleistet hat. Wenn man gesehen hat, wie wir die Kroaten an den Rand ihrer Kräfte gebracht haben und auch mit den körperlich starken Polen mitgehalten haben, ist das ein ganz großer Verdienst von Roger Spry."

Frage: Aber gerade Roger Spry und möglicherweise andere Mitglieder des Betreuerstabes werden sich nach der EM verabschieden. Sollte man nicht versuchen, ein bewährtes Team zu halten?
Stickler: "Wie es genau weitergeht, werden wir uns in den nächsten Wochen überlegen. Wir wollen das Ganze natürlich irgendwie aufrecht erhalten, aber auch Deutschland hat diesbezüglich nach der WM nicht mehr auf dem gleichen Niveau weitergemacht wie davor. Wir werden versuchen, so viel wie möglich von dem Guten zu behalten, aber natürlich müssen wir auch auf das Geld schauen. Der ÖFB zählt eben nicht zu den reichsten Verbänden."

Frage: Aber kostet der Teamchef in der bevorstehenden
WM-Qualifikation, selbst wenn er Josef Hickersberger heißt, nicht mehr Geld als bisher?
Stickler: "Wir werden jetzt einmal abwarten, alles evaluieren und mit dem Teamchef, egal wer es ist, einen angemessenen Vertrag abschließen. Aber ich werde keine Gehaltsverhandlungen über die Medien führen."

Frage: Noch immer ist offen, ob Hickersberger bleibt oder geht. In zwei Monaten gibt es ein Testspiel gegen Italien, zwei Wochen später beginnt die EM-Qualifikation. Sollte die Teamcheffrage nicht schon jetzt gelöst sein, um keine wertvolle Zeit zu verlieren?
Stickler: "Ich möchte jetzt nicht über den Posten des Teamchefs diskutieren. Man kann aber sicher sein, dass sich der ÖFB nicht in die Situation bringen wird, ohne Teamchef dazustehen. Spätestens zwei, drei Wochen nach der EURO sollte alles geklärt sein."

Frage: Wünschen Sie sich, dass Hickersberger bleibt?
Stickler: "Wie sehr ich ihn schätze, brauche ich nicht zu betonen. Wir haben einen großartigen Teamchef."

Frage: Sie führten in den vergangenen Wochen mehrere Gespräche mit Hickersberger. Hat er Ihnen seine Entscheidung schon mitgeteilt?
Stickler: "Es waren sehr gute Gespräche, mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Es ist immer schlecht, während eines Turniers über Personalfragen zu diskutieren."

(apa)

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16.6.2008 09:00
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