16.6.2008 09:30

"Sbornaja"-Star brennt auf ersten Einsatz: Arschawin ist Russlands kleiner EM-Joker

  • Zwei Spiele Sperre nach Tätlichkeit in EURO-Quali
  • Arschawin: "Mein Hobby ist es, Tore zu kreieren"

Andrej Arschawin hätte Russlands Nationalteam eigentlich bei der EURO als Kapitän anführen sollen. Doch nach einer Tätlichkeit beim 1:0-Zittersieg in Andorra, mit dem das EM-Ticket - vor allem dank der 3:2-Schützenhilfe von Kroatien in England - in letzter Sekunde noch gelöst worden war, kassierte der pfeilschnelle Spielmacher von UEFA-Cup-Sieger Zenit St. Petersburg eine Sperre für zwei Pflichtspiele, die der 27-Jährige nun bei der EM hatte absitzen müssen. Im dritten Gruppenspiel gegen Schweden darf Arschawin aber wieder einlaufen.

Wäre der nur 1,72 große und 67 kg schwere Super-Techniker für drei Matches suspendiert worden, dann hätte er die EURO 2008 nur vor dem Fernseher miterlebt. Doch nun nach Ablauf seiner Sperre brennt Arschawin förmlich darauf, endlich auf der EM-Bühne loslegen zu dürfen, wie sein unbändiger Trainingseifer im Teamcamp in Leogang bewies. "Er ist der Mann, der den Unterschied ausmachen und die entscheidenden Tore erzielen kann", weiß "Sbornaja"-Teamchef Guus Hiddink um die Stärken des diplomierten Modedesigners.

Schöpferisch ist Arschawin, der als Siebenjähriger mit dem Kicken begann und nun ein Grundgehalt von 2,5 Millionen Euro netto bei Zenit St. Petersburg bezieht, auch auf dem Platz. "Mein Hobby ist es, Tore zu kreieren, wobei es egal ist, ob ich sie selber mache oder nur auflege", lautet das Motto des Ausnahmekönners, der am 29. Mai 1981 in St. Petersburg geboren wurde und sein Team-Debüt am 17. Mai 2002 beim 1:1 im EM-Qualifikationsspiel in Moskau gegen Weißrussland gab.

Auf Einkaufsliste der Top-Klubs
Seit der Auszeichnung als russischer "Spieler des Jahres 2006" gilt Arschawin als die heißeste Fußball-Aktie im größten Land der Welt. Nachdem er im Vorjahr Meister und heuer UEFA-Cup-Sieger mit Zenit geworden ist, scheint er nun vor dem Wechsel ins Ausland zu stehen. Zahlreiche Premier-League-Clubs sollen sich um den mindestens 17 Millionen Euro Ablöse teuren Kreativspieler reißen, u.a. Arsenal, Tottenham Hotspur, Newcastle United und Manchester City.

Alfred Tatar, österreichischer Co-Trainer beim Traditionsclub Lok Moskau, schwärmt von Arschawin in den höchsten Tönen und bezeichnet ihn bereits als "russischen Maradona". Hiddink sorgte nun in Leogang dafür, dass der Familienvater (Frau Julija und Sohn Artem) einen neuen Spitznamen erhalten hat. So antwortete der Niederländer auf die Frage eines Journalisten, ob Andrej Arschawin der große Joker für das um den Aufstieg ins Viertelfinale entscheidende Match gegen Schweden sei, mit Verweis auf die Größe des Mannes mit der Nummer 10: "Der kleine Joker!"

(apa/red)

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16.6.2008 09:30
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