17.6.2008 20:38

Seit 30 Jahren ohne Sieg gegen Frankreich:
"Azzurri" wollen ein Ende der Negativserie

  • Weltmeister 2006 will historisches Double schaffen
  • Auch Italiener müssen auf Sieg der Holländer hoffen

Italiens Fußball wollte Geschichte schreiben, nach dem WM-Titel 2006 anschließend auch das Double mit dem Gewinn der EM-Krone holen. Doch vor dem für den Aufstieg ins EM-Viertelfinale mitentscheidenden Duell gegen Frankreich, spricht mehr für ein K.o. der Squadra und damit eine Fortsetzung ihrer Auf-und Ab-Serie bei großen Turnieren.

Ein Versagen als Weltmeister war den Italienern schon einmal "gelungen", als sie als WM-Champion 1982 bereits in der Qualifikation für die EM 1984 in Frankreich auf der Strecke blieben. Aus der Gruppe sicherte sich - vielleicht ein Omen - ausgerechnet Rumänien das Ticket zur Endrunde. Der bisher letzte Sieg Italiens gegen Frankreich (ohne Elfmeterschießen) liegt aber noch länger zurück. Dieser ist nämlich schon 30 Jahre alt und fand bei der WM 78 in Argentinien mit 2:1 statt.

"Es ist wichtig, sofort stark zu starten und zu vermeiden, dass wir gegen Frankreich noch Punkte brauchen", hatten die Worte von Sturmtank Luca Toni vor der EM gelautet. Nun kämpfen ausgerechnet beide Mannschaften um einen Platz in der Runde der letzten acht, die in der sogenannten "Hammergruppe" favorisierten WM-Finalisten haben nach zwei Runden nur jeweils einen Punkt und zwei Klatschen gegen die Niederlande auf dem mageren Konto.

Remis könnte reichen
Die WM-Revanche läuft also unter der Rubrik "Überlebenskampf", mit einem kleinen Plus für den Weltmeister. Denn verlieren die Rumänen in Bern gegen die bereits als Gruppensieger feststehenden Oranjes, dann wären bei einem ja durchaus möglichen Remis ab 1:1 zwischen Italien und Frankreich bei je zwei Punkten für alle drei Teams dank der Spiele und Tore gegeneinander die Italiener die lachenden Gruppenzweiten.

Obwohl Roberto Donadoni seine Schützlinge auf die Devise eingeschworen hat, "wir konzentrieren uns nur auf das Spiel gegen Frankreich", wird die Squadra ständig mit dem Damoklesschwert eines Erfolges der Rumänen gegen eine nicht mehr sehr engagierte und motivierte, ersatzgeschwächte niederländische Mannschaft konfrontiert. Donadoni und seine Elf hoffen auf eine "korrekt spielende Oranje-Elf" - eine Hoffnung, die unerfüllt bleiben könnte.

Errinerungen an die EM 2004
Im italienischen Blätterwald rauscht es jedenfalls beträchtlich und die EM 2004 in Portugal wird als abschreckendes Beispiel zitiert. Damals hatten sich in der letzten Gruppenrunde Schweden und Dänemark 2:2 getrennt, ein Ergebnis das exakt das Ausscheiden der ebenfalls ungeschlagenen Italiener (alle hatten je fünf Punkte) zur Folge hatte.

Dennoch. Vieles spricht auch dafür, dass drei Punkte im direkten Duell im Letzigrund für den Sieger den Aufstieg ins Viertelfinale und damit ein Duell mit Spanien im Wiener Ernst Happel Stadion bedeuten würden. Denn ob sich die Niederländer in der "Oranje-Stadt" Bern vor ihren zehntausenden Fans eine Blöße geben wollen, ist zumindest fraglich. Aus dem Azzurri-Lager hört man die üblichen positiven Floskel: "Wir sind optimistisch, zeigten gegen Rumänien eine Aufwärtstendenz und werden alles für den Sieg tun." Den Koffer hat angeblich noch keiner gepackt.

(apa/red)

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17.6.2008 20:38
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