Nur 470 Festnahmen bei 1,7 Millionen Fans:
Zufriedene Bilanzen nach der Gruppenphase
- Platter: "Unser Sicherheitskonzept hat sich bewährt"
- 200.000 Fans zum Kracher Kroatien - Türkei erwartet

Zufriedene Bilanzen zum bisherigen Verlauf der EM. Bis zum Ende der Gruppenphase hat es 470 Festnahmen und 1.400 Anzeigen im verwaltungs- und strafrechtlichen Bereich in Österreich gegeben. Im Vergleich dazu feierten etwa 1,7 Millionen Fans in den Fanzonen, Public Viewings oder Stadien, fasste Innenminister Günther Platter zusammen.
Im Zuge der bisherigen Amtshandlungen haben sich 19 Beamte leichtere Blessuren - hauptsächlich Kratzer und Abschürfungen - zugezogen. Insgesamt wurden etwa 129 Personen verletzt. Die meisten Festnahmen von gewaltbereiten Fans hat es bisher in Klagenfurt gegeben (265), gefolgt von Tirol (92), Wien (53) und Salzburg (18). Insgesamt sprach der Minister von 470 Festnahmen, was im Verhältnis zur großen Besucherzahl aber sehr wenig sei.
"Das Sicherheitskonzept hat sich bewährt. Ich habe vor der EM betont, dass wir von mehr als 99 Prozent friedlichen Fans ausgehen, das hat sich bestätigt", meinte Platter. Das sportliche Ereignis stünde in der Berichterstattung eindeutig im Vordergrund.
Als Herausforderung bezeichnete er die vier noch bevorstehenden Spiele in Wien. Für die Viertelfinalrunde Türkei gegen Kroatien erwarte man 200.000 Fußballanhänger allein in der Bundeshauptstadt. Nach einem "polizeilich" entspannten Fußballabend am Mittwoch, konzentriere man sich derzeit ganz auf das Spiel Kroatien gegen die Türkei, sagte der Wiener Polizeipräsident Gerhard Pürstl. Jeweils 50.000 türkische und kroatische Fans werden in der Bundeshauptstadt erwartet. Dass es zu größeren Problemen auf der Ottakringer Straße, wo bisher Türken und Kroaten feierten, kommen könnte, damit rechnet man laut Pürstl nicht.
Zurück zum Alltag in Salzburg und Innsbruck
In Innsbruck war man unterdessen schon mit dem Abbau beschäftigt: In der Altstadt, wo sich wenige Stunden zuvor noch die Fanmassen drängten, ein gewohntes Bild: Touristen bestaunen in aller Ruhe die alten Gemäuer. Weder "Sverige!" noch "Rossija!" tönt aus den engen Gassen, kein spanischer Super-Fan mehr am Goldenen Dachl.
Eine sehr positive Bilanz nach dem letzten Spieltag hat auch Salzburg gezogen: Die langen Vorbereitungsarbeiten hätten sich bewährt, es habe keinerlei schwerwiegende Zwischenfälle oder Einsätze gegeben, lautete der Tenor. "Salzburg hat sich als guter Gastgeber erwiesen", bilanzierte Landeshauptfrau Gabi Burgstaller bei einem Pressegespräch. Vier Banden und ein Mehrfachbankräuber wurden in der Mozartstadt festgenommen. Insgesamt habe es seit Beginn der EM 18 Festnahmen, 22 Verwaltungs-und 30 Strafrechtsanzeigen gegeben.
Über 500.000 Besucher in Wiener Fanzone
Mehr als eine halbe Million Besucher hat es in der Wiener Fanzone während der EM-Gruppenphase gegeben. Vom ersten Match bis inklusive des Spiels am 18. Juni zählte die Stadt Wien rund 540.000 Gäste auf dem 100.000 Quadratmeter großen Areal zwischen Rathaus und Heldenplatz, bilanzierte die Host City.
In diesen knapp zwei Wochen haben die Fußballanhänger tausende Liter getrunken, viel gegessen, aber auch jede Menge Müll zurückgelassen. Rund 500.000 Krügel Bier, drei Tonnen Leberkäse und 60.000 Semmeln haben die Wirte der Partymeile verkauft.
Die höchste Besucherzahl wurde beim Spiel Österreich gegen Deutschland erreicht. 119.477 Menschen fanden sich im Laufe des Tages auf der Fanmeile ein. Auch das Match der heimischen Mannschaft gegen Polen war mit rund 105.000 Feiernden ein Highlight in der Statistik, die Begegnung mit Kroatien brachte der Partymeile 80.000 Gäste.
(apa/red)
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