Familientragödie bei den Niederländern:
Tochter von Verteidiger Boulahrouz verstarb
- Gattin des Niederländers erlitt eine Frühgeburt
- Spieler hat Training und Team schon verlassen

Eine Familientragödie hat das niederländische Fußball-Team bei der EURO 2008 erschüttert. Die Frau von Teamverteidiger Khalid Boulahrouz hatte nach Schwangerschafts-
Komplikationen in Lausanne eine Frühgeburt erlitten, die Tochter der beiden ist dabei gestorben. Das verkündete der niederländische Verband KNVB.
Boulahrouz hatte deshalb das Training und Team am Mittwoch verlassen. Vorerst war unklar, ob Boulahrouz für das Viertelfinale am kommenden Samstag in Basel gegen Russland ins Team zurückkehrt. Das Team zeigte sich über den Vorfall bestürzt. Termine der Spieler mit niederländischen Medienvertretern wurden abgesagt. Nur Trainer Marco van Basten und Goalie Edwin van der Sar sollten am Donnerstagnachmittag eine kurze Pressekonferenz geben.
Boulahrouz war für den verletzten Ryan Babel in den niederländischen EM-Kader nachnominiert worden, stand jedoch in allen drei Gruppenspielen in der Startformation und entwickelte sich zu einem Leistungsträger in der Defensive der bisher begeisternden Elftal.
"Er kann immer zu seiner Frau"
"Ich verstehe, dass es für Khalid sehr schwer ist, und wir versuchen alle, ihn so gut wie möglich zu unterstützen", sagte Marco van Basten voller Anteilnahme auf einer Pressekonferenz. Der Bondscoach stellte Boulahrouz frei, das EM-Quartier jederzeit zu verlassen. "Er kann immer zu seiner Frau."
Boulahrouz' Einsatz im EM-Viertelfinale gegen Russland ist wegen der Familientragödie fraglich. "Dennoch müssen wir uns irgendwann auf das Spiel konzentrieren. Das versteht er - und das will er auch so", so van Basten. Grundsätzlich stehe Boulahrouz für die Partie bereit. Der ehemalige HSV-Profi war bei allen drei Vorrundensiegen gegen Italien (3:0), Frankreich (4:1) und Rumänien (2:0) in der Anfangsformation gestanden.
Boulahrouz habe sich für die Unterstützung bedankt. "Ich finde, dass er mit all dem sehr souverän umgegangen ist", betonte der Bondscoach.
(apa/red)
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