16.6.2008 23:37

Nach der Schweiz nun auch Österreich weg:
Beide EURO-Gastgeber in der Vorrunde out

  • Fußball-EM in zwei Ländern austragen bringt Unglück
  • Vor acht Jahren erwischte es die Belgier bei Heim-EM

Nach der Schweiz ist auch Co-Gastgeber Österreich aus der EURO 2008 ausgeschieden. Eine Fußball-EM in zwei Ländern auszutragen ist damit endgültig kein gutes Zeichen mehr.

Vor acht Jahren, als in Belgien und den Niederlanden erstmals eine EURO in zwei Ländern stattfand, erwischte es erstmals in der EM-Geschichte einen Gastgeber (Belgien) schon in der Gruppenphase. Diesmal kamen mit der Schweiz und Österreich beide Teams der Heimischen schon in der ersten Phase unter die Räder. Wie es Polen und der Ukraine 2012 ergehen könnte, steht alleine schon deshalb in den Sternen, weil die nächste, in zwei Länder auszutragende EURO wegen eklatanter Vorbereitungs-Probleme als Ganzes gefährdet ist.

Fünfeinhalb Jahre nach der Vergabe der Fußball-EM am 12. Dezember 2002 an die beiden Alpenländer Österreich und Schweiz tragen bei dem als drittgrößte Sportveranstaltung der Welt geltenden "Jahrhundertereignis" ausgerechnet beide Gastgeberländer frühzeitig Trauer. Die Schweiz war in der Gruppe A nach dem 0:1 gegen Tschechien und dem 1:2 gegen die Türkei schon nach zwei von drei Gruppenspielen aus dem Rennen und gewann das bedeutungslose Abschlussspiel gegen Gruppensieger Portugal 2:0. Österreich hatte es in Gruppe B nach dem unglücklichen 0:1 gegen Kroatien und dem 1:1 gegen Polen wenigstens zu einem "Entscheidungsspiel" gegen Deutschland gebracht.

Als Ausrichter qualifiziert
Im ÖFB hatte man enorme Anstrengungen unternommen, um trotz ungünstiger Voraussetzungen und schwacher heimischer Liga die Heim-EM auch sportlich zu einem Erfolg zu machen. Denn dank der Ausrichterrolle war man erstmals für eine EM qualifiziert und damit automatisch von der Qualifikation befreit gewesen.

Zunächst trennte man sich zum Jahreswechsel 2005/06 von Teamchef Hans Krankl, unter dem sowohl die Qualifikation für die EM 2004 in Portugal als auch die WM 2006 in Deutschland verpasst worden war, und ersetzte ihn durch den damaligen Rapid-Trainer Josef Hickersberger. Und damit ausgerechnet durch jenen Mann, der in seiner ersten Ära als ÖFB-Teamchef 1990 die 0:1-Blamage gegen die Färöer zu verantworten gehabt hatte.

Zu wenig Testspiel vor der EURO
24 Testspiele absolvierte das ÖFB-Team unter Hickersberger, 49 Spieler wurden dabei eingesetzt. Die Bilanz war mit elf Niederlagen bei acht Remis und nur fünf Siegen aber so mager, dass Österreich zwei Monate vor der Heim-EM erstmals in der Geschichte aus den Top-100 der FIFA-Weltrangliste fiel und erst unmittelbar vor der EM als 92. in diesen Kreis zurückkehrte.

Unmittelbar vor der EURO hatte Hickersberger sogar den 38-jährigen Ivica Vastic reaktiviert. Zwar ging das ÖFB-Team als auf dem Papier schwächstes Teilnehmerland in die EURO 2008, die Begeisterung um das ÖFB-Team wuchs aber nach dem hoch verdienten 1:1 im zweiten Gruppenspiel gegen Polen ins Grenzenlose. Die Erinnerung an das genau 30 Jahre zurückliegende "Cordoba", wo Österreich die Deutschen bei der WM 1978 mit 3:2 besiegt hatte, war in den Tagen vor dem "Endspiel" gegen die DFB-Elf Dauerthema. (apa/red)

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16.6.2008 23:37
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