17.6.2008 10:29

Rasen in Basel muss jetzt erneuert werden: Einmalige Aktion in der Fußball-Geschichte

  • Zu große Wassermengen zerstörten Spielstätte
  • Grünstreifen extra aus den Niederlanden angeliefert

Die heftigen Regenfälle in Basel zwingen die Organisatoren der Europameisterschaft zu einem in der Fußball-Geschichte bisher einmaligen Rasentausch. Im Rekordtempo muss das komplette Spielfeld im Stadion St. Jakob-Park erneuert werden, damit schon bald das Viertelfinale dort unter regulären Bedingungen stattfinden kann. "Wir sind sehr zuversichtlich, dass die Arbeiten bereits morgen abgeschlossen sind", sagte OK-Sprecherin Pascale Vögeli.

Kurz nach Mitternacht hatten die Rasenexperten des EM-OK nach der Partie zwischen der Schweiz und Portugal (2:0) die Entscheidung zum Total-Austausch gefällt. Sofort rückten die Arbeiter mit schwerem Gerät an, um das durch die heftigen Niederschläge aufgeweichte Grün zu entfernen. Und das Krisenszenario lief weiter: Noch in der Nacht rollten 26 Lkw aus den Niederlanden gen Basel, um den neuen Rasen so schnell wie möglich in die Schweiz zu transportieren.

Arbeit im Rekordtempo
Bis heute Nachmittag müssen die 2,40 Meter breiten Grünstreifen verlegt und gewalzt sein. Zusätzlich müssen auch die gesamten TV-Kabel und Elektroniksysteme zunächst entfernt und anschließend wieder installiert werden. Am Mittwoch sollen die Viertelfinalisten schon ihr Abschlusstraining auf dem neuen Rasen bestreiten.

"Die Situation ist nicht neu. Der EM-Rasen wurde am 30. April verlegt. Zwei Tage später fand das erste Spiel statt", berichtete Vögeli. Der nun notwendige Austausch liege aber nicht an einer grundsätzlich schlechten Qualität des alten Rasens, sondern ausschließlich an den heftigen Niederschlägen.

180 Liter pro Stunde
Während der Partie zwischen der Schweiz und der Türkei (1:2) waren bis zu 180 Liter pro Stunde pro Quadratmeter niedergegangen. Normale Drainagesysteme könnten maximal 100 Liter kompensieren. Die Verlegungsaktion kostet die Europäische Fußball-Union (UEFA) nun 200.000 Euro.

Zweifel, dass das Walzen der Grünfläche ausreichend Stabilität liefert, wurden vom EM-OK rigoros bei Seite gewischt. Dennoch gibt es offenbar ein konkretes Notfallkonzept. "Es sind Szenarien geplant. Die würden kommuniziert, wenn es dazu kommen würde", sagte Vögeli. Ein komplettes Anwachsen des Rasens dauert in der Regel bis zu sechs Wochen. Bei der WM 2006 war auf eine große Eröffnungsgala in Berlin verzichtet worden, weil anschließend ein neuer Rasen hätte verlegt werden müssen und dafür nur fünf Tage Zeit geblieben wären.

Sollte der Rasen nicht spielbereit sein, bliebe wohl nur eine Verlegung der Partien in ein anderes Stadion. Basel ist nach Abschluss der Gruppenphase der einzige verbliebene Spielort in der Schweiz. In Genf, Zürich und Bern ist die EM mit Abschluss der Gruppenphase eigentlich vorbei. In Basel hingegen stehen noch zwei Viertelfinalspiele - darunter jenes am Donnerstag von Portugal gegen Deutschland - sowie das Halbfinale am 25. Juni an. (apa/red)

17.6.2008 10:29
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